Produktwarnung

Verbraucherschutz: Schokolade mit verstecktem Potenzmittel im Umlauf – Hersteller existiert wohl nicht mehr

Hersteller aus der Türkei verspricht mehr Manneskraft durch den Verzehr von potenzsteigernder Schokolade. Doch der im Produkt enthaltene Wirkstoff könnte gefährlich sein.

Eine Behörde warnt vor dem Verzehr potenzsteigernder Schokolade.
Eine Behörde warnt vor dem Verzehr potenzsteigernder Schokolade.Julian Stratenschulte/picture alliance/dpa

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV) warnt vor mehreren Schokoladenprodukten, die als angebliche Aphrodisiaka vertrieben werden und den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Sildenafil enthalten. Der Stoff ist in der Zutatenliste nicht ausgewiesen.

Sildenafil zählt zur Gruppe der PDE-5-Hemmer und wird üblicherweise zur Behandlung von Erektionsstörungen verschrieben. Er erweitert die Blutgefäße und hat in Lebensmitteln laut den Behörden nichts verloren. Vermarktet werden die Tafeln unter Namen wie „Night Longer“, „Drill Chocolate“ oder „Vigor King“ mit dem Versprechen, das Liebesleben zu verbessern.

Konkret nennt das Ministerium auf der Plattform lebensmittelwarnung.de drei Produkte: „evelle HILTI Bitter Chocolate Man“, „Ginseng 48 Hours Gold Chocolate“ sowie „evelle HILTI Bitter Energy Chocolate Special For Women“. Letzteres richtet sich ausdrücklich an Frauen.

Mögliche Nebenwirkungen reichen bis zu Herz-Kreislauf-Problemen

Die Behörde verweist auf eine Reihe möglicher Nebenwirkungen des Wirkstoffs: Gesichtsrötungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen sowie ernsthafte Herz-Kreislauf-Probleme. Besonders gefährdet seien Menschen mit Herzvorerkrankungen. Auch bei Leberinsuffizienz und erblich bedingten Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa könne es zu erheblichen Beschwerden kommen.

Der Vertriebsweg der Schokoladentafeln ist nach Angaben der Behörden bislang nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass die Produkte online verkauft wurden. Der auf der Verpackung genannte Hersteller mit Sitz in der Türkei existiert nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht. Der Onlinehändler Amazon hat die Produkte den Angaben zufolge bereits aus seinem Sortiment genommen.

Verbraucher, die eine der genannten Tafeln besitzen, werden vom Ministerium aufgefordert, diese nicht zu verzehren und sicher über den Restmüll zu entsorgen.