USA und Amerika

Trump-Regierung setzt auf Zusammenarbeit mit Maduro-Nachfolgerin Rodriguez, während Familien von Bootsangriff-Opfern klagen

USA geben Venezuelas Gelder frei. Rodriguez kooperiert mit Trump. Doch Geheimdienste haben ernste Zweifel an ihrer Loyalität. Mit welcher Folge?

Von Revolution zu Realpolitik: Delcy Rodríguez
Von Revolution zu Realpolitik: Delcy RodríguezxYayimagesx via imago-images.de

Die Vereinigten Staaten haben begonnen, seit 2019 eingefrorene venezolanische Vermögenswerte freizugeben. Das verkündete Interimspräsidentin Delcy Rodríguez am 27. Januar im Staatsfernsehen. Rodriguez führt das Land seit der Festnahme von Nicolás Maduro durch eine US-Militäroperation am 3. Januar.

„Wir geben Ressourcen Venezuelas frei, die dem venezolanischen Volk gehören“, erklärte Rodríguez. Die Mittel sollen in Krankenhausausstattung investiert werden, die unter anderem in den USA beschafft werde. Einen genauen Betrag nannte sie nicht. Maduro hatte die eingefrorenen Gelder 2022 auf rund 30 Milliarden US-Dollar geschätzt.

CIA hat Zweifel

Gleichzeitig äußern US-Geheimdienstberichte Zweifel an Rodríguez’ Kooperationsbereitschaft. Laut vier mit den Berichten vertrauten Personen sei unklar, ob die Interimspräsidentin die Beziehungen zu Iran, China, Russland und Kuba wie von Washington gefordert kappen werde. An ihrer Vereidigung hatten Vertreter dieser Länder teilgenommen.

CIA-Direktor John Ratcliffe reiste am 15. Januar nach Caracas, um mit Rodríguez die politische Zukunft des Landes zu besprechen. Die Trump-Regierung sieht derzeit keine Alternative zur Zusammenarbeit mit ihr, da man sie öffentlich stark unterstützt habe.

Rubio droht mit Konsequenzen

Außenminister Marco Rubio warnte am 28. Januar vor dem Senatsausschuss für Außenbeziehungen, Rodríguez riskiere dasselbe Schicksal wie Maduro, falls sie Trumps Forderungen nicht erfülle. „Wir sind bereit, Gewalt einzusetzen, um maximale Kooperation sicherzustellen“, hieß es in seiner vorbereiteten Aussage.

Rodríguez betonte hingegen, Venezuela stehe nicht unter US-Vormundschaft. Sie habe jedoch respektvolle Kommunikationskanäle mit Trump und Rubio etabliert. Bisher hat sie politische Gefangene freigelassen und den Verkauf von 30 bis 50 Millionen Barrel Öl an die USA genehmigt.

Oppositionsführerin María Corina Machado gilt laut Geheimdienstberichten derzeit nicht als regierungsfähig, da ihr Verbindungen zu Sicherheitsdiensten und zum Ölsektor fehlen. Trump erklärte, er wolle sie in die Führung „einbinden“.

Klage wegen tödlicher Bootsangriffe

Unterdessen haben Familien zweier bei einem US-Angriff getöteter Männer aus Trinidad und Tobago Klage eingereicht. Chad Joseph und Rishi Samaroo starben am 14. Oktober, als ihr Boot vor der venezolanischen Küste beschossen wurde. Ihre Anwälte sprechen von „ungesetzlichen Tötungen“.

Seit September haben die USA mindestens 36 Boote in der Karibik angegriffen und dabei über 120 Menschen getötet. Die Regierung bezeichnet die Aktionen als Kampf gegen „Narco-Terroristen“.