Gewitter

Unwetter mit Starkregen treffen Deutschland: Überflutete Straßen und Erdrutsche

Nordhessen, Teile Frankens und der Südrand des Harzes werden heftig von einem Unwetter getroffen. Am Wochenende sind auch in Berlin Starkregen und Hagel möglich.

Ein zerstörtes Auto liegt unter einem abgerissenen Dach nach einem Unwetter im Trendelburger Stadtteil Gottsbüren. 
Ein zerstörtes Auto liegt unter einem abgerissenen Dach nach einem Unwetter im Trendelburger Stadtteil Gottsbüren. Swen Pförtner/dpa

Eine Unwetterfront mit Starkregen hat Donnerstag in Teilen von Deutschland massive Schäden angerichtet und für teils erhebliche Behinderungen gesorgt. Besonders betroffen waren Nordhessen, Teile Frankens und der Südrand des Harzes, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach berichtete. Im nordhessischen Trendelburg fielen demnach in wenigen Stunden 150 Liter Regen pro Quadratmeter, in der Folge kam es dort zu Überflutungen und Erdrutschen.

Teilweise seien Menschen in Häusern in den betroffenen Bereichen eingeschlossen gewesen und hätten mit Booten in Sicherheit gebracht werden müssen, hieß es. Nach Angaben des Landesinnenministeriums in Wiesbaden wurden im Landkreis Kassel bis Freitag rund 200 Einsätze gemeldet. Rund 500 Feuerwehrleute waren zeitweise im Einsatz. Es wurde erwartet, dass die Maßnahmen teilweise bis zum Wochenende andauern könnten.

Trendelburg: Blick in den Ortskern nach einem Unwetter in dem Trendelburger Stadtteil Gottsbüren. 
Trendelburg: Blick in den Ortskern nach einem Unwetter in dem Trendelburger Stadtteil Gottsbüren. Swen Pförtner/dpa

In der betroffenen Region wurden Straßen unterspült, Bäume ausgerissen und Heizöltanks aufgeschwemmt, wie das Innenministerium weiter erklärte. Außerdem liefen Keller und Erdgeschosse voll. Auch einzelne Fahrzeuge und andere Gegenstände wie ein Flüssiggastank seien weggespült worden. Auch ein Tierpark an der Sababurg im Reinhardswald blieb nach eigenen Angaben wegen Unwetterschäden vorerst geschlossen.

Unwetter in Hessen: Menschen aus Auto gerettet, Stromausfall

In Trendelburg mussten laut Ministerium zwei in einem Auto festsitzende Menschen mit einem Radlader gerettet werden. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnissen aber keine. In der hessischen Stadt kam es auch zu einem Strom- und Netzausfall. Zahlreiche blockierte Straßen waren noch am Freitag unpassierbar.

In Bayern sorgten Unwetter ebenfalls für zahlreiche Feuerwehreinsätze. In der Gegend von Nürnberg und Fürth gab es laut Feuerwehr am Donnerstag rund 340 Einsätze. In den meisten Fällen wurden demnach Keller und Straßen überflutet. Schwere Sturmböen ließen auch Bäume umfallen, die Straßen blockierten oder Dächer beschädigten. Teilweise kam es auch hier zu Stromausfällen.

Kartoffelacker bei Bedburg, überschwemmt nach starken Regenfällen.
Kartoffelacker bei Bedburg, überschwemmt nach starken Regenfällen.Jochen Tack/imago

Höxter: Evakuierungen, Bahnübergang überflutet

Im nordrhein-westfälischen Münster stand laut Polizei am Donnerstagabend eine Bundesstraße teils bis zu 30 Zentimeter unter Wasser. In Leichlingen nahe Köln kam es ebenfalls zu stärkeren Überflutungen und verschlammten Straßen, wie die örtliche Feuerwehr berichtete. Dort drang Wasser in einige Häuser ein und spülte Geröll und Schlamm auf die Straßen. Im Kreis Höxter war zeitweise ein Bahnübergang überflutet, sodass Züge nur langsam passieren konnten. Teils mussten Bewohner laut Polizei evakuiert werden.

Im Landkreis Northeim in Südniedersachsen berichtete die Kreisfeuerwehr von Einsätzen wegen vollgelaufener Keller und überschwemmter Straßen. Auf der Autobahn ereigneten sich demnach wegen Starkregens mehrere Unfälle.

In Bexbach im Saarland wurde ein Ferienlager auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände verwüstet. Laut Polizeiangaben war dort eine Jugendgemeinde aus Baden-Württemberg mit 76 Jugendlichen und 30 Betreuern zum Zelten untergebracht. Zahlreiche Zelte wurden durch das Unwetter beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Am Sonntag werden auch im Raum Berlin-Brandenburg starke Gewitter erwartet. In manchen Gebieten kommen laut dem Deutschen Wetterdienst Starkregen und sogar Hagel dazu. 

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