Atomstreit

Trump will angereichertes Uran aus dem Iran in die USA bringen lassen

Der US-Präsident sagt, schweres Gerät solle das Material aus den bombardierten Atomanlagen bergen. Zugleich dementiert er die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder.

US-Präsident Donald Trump will Irans Atomprogramm stoppen.
US-Präsident Donald Trump will Irans Atomprogramm stoppen.Alex Brandon/dpa

US-Präsident Donald Trump hat am 17. April in einem Telefoninterview mit Reuters angekündigt, die USA würden gemeinsam mit Iran das dort lagernde angereicherte Uran bergen und in die Vereinigten Staaten überführen. „Wir werden mit Iran in einem gemütlichen Tempo hineingehen und mit großen Maschinen mit dem Ausgraben beginnen … Wir bringen es zurück in die Vereinigten Staaten“, sagte Trump laut Reuters.

Streit um Geld und Transportweg

Trump sprach gegenüber Reuters von „Nuklearstaub“, der „sehr bald“ geborgen werde. Reuters zufolge bezieht Trump sich damit auf Material, das nach den US- und israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni vergangenen Jahres in den unterirdischen Anlagen verblieben sein soll. Reuters beziffert den iranischen Uranbestand auf rund 408 Kilogramm, das auf bis zu 60 Prozent angereichert sei.

Einen Bericht, wonach die USA ein 20-Milliarden-Dollar-Geschäft im Tausch gegen das Uran prüften, wies Trump gegenüber Reuters zurück: „Das ist völlig falsch. Es wechselt kein Geld den Besitzer.“

Das Nachrichtenportal Axios hatte zuvor unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter und zwei weitere eingeweihte Personen berichtet, im Gespräch sei die Freigabe von 20 Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Gelder im Gegenzug für den Uranbestand. Trump erklärte anschließend auf Truth Social, es werde kein Geld fließen.

Verhandlungen, Blockade und offene Zustimmung

Trump sagte gegenüber Reuters, dass weitere Gespräche nötig seien, die vermutlich am Wochenende stattfinden könnten. Eine Reise nach Islamabad zu von Pakistan vermittelten Verhandlungen schloss er nicht aus, ohne sich jedoch festzulegen.

Parallel hält Trump nach Angaben der Nachrichtenagentur AP an der US-Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen fest, obwohl der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Freitag auf X die vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus für die Handelsschifffahrt verkündete.

Die Blockade gelte, bis die „Transaktion mit Iran zu 100 Prozent abgeschlossen“ sei, zitiert AP Trump. Ob Iran dem von Trump beschriebenen Modell zur Bergung des Urans zugestimmt hat, ist laut AP offen.

Der Krieg begann am 28. Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran. Seit vergangener Woche gilt eine fragile Waffenruhe. Laut AP wurden mindestens 3000 Menschen im Iran getötet, mehr als 2000 im Libanon, Dutzende in Israel und in arabischen Golfstaaten. 13 US-Soldaten kamen ums Leben.