Iran-Krieg

Trump: USA greifen Irans Öl-Exportdrehscheibe Kharg an

US-Präsident Donald Trump meldet Angriffe auf militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg. Zugleich droht er dem Iran mit weiteren Angriffen auf die wichtige Öldrehscheibe.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpJIM WATSON/AFP

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, amerikanische Streitkräfte hätten militärische Ziele auf der für Irans Ölindustrie zentralen Insel Kharg angegriffen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die Operation habe „alle militärischen Ziele“ auf der Insel zerstört.

Die Insel Kharg gilt als wichtigste Exportdrehscheibe des Iran für Rohöl. Rund 90 Prozent der iranischen Ölausfuhren werden von dort verschifft. Die etwa sechs Kilometer lange Insel liegt im Persischen Golf rund 30 Kilometer vor der Südwestküste des Iran.

Trump erklärte, die Angriffe hätten sich bewusst nicht gegen die Energieanlagen gerichtet. Er habe entschieden, die Öl-Infrastruktur „aus Gründen der Anständigkeit“ nicht zu zerstören. Zugleich drohte er dem Iran mit weiteren Angriffen. Sollte Teheran oder „irgendjemand sonst“ den freien und sicheren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus behindern, werde er diese Entscheidung „sofort überdenken“.

Nach Angaben aus Washington zielten die Angriffe auf militärische Einrichtungen, darunter Lager für Raketen und Seeminen. Diese seien genutzt worden, um internationale Schifffahrtsrouten zu bedrohen.

Iranische Medien berichten von Explosionen

Iranische Medien berichteten unter Berufung auf Quellen, während der Angriffe seien mehr als 15 Explosionen zu hören gewesen. Getroffen worden seien Luftabwehrstellungen, ein Marinestützpunkt und Einrichtungen am Flughafen der Insel. Schäden an der Ölinfrastruktur habe es demnach nicht gegeben. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Der Iran blockiert seit Tagen die Straße von Hormus, einen der wichtigsten Engpässe des globalen Energiemarktes. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist nach Berichten aus der Region weitgehend zum Erliegen gekommen. Ein großer Teil des globalen Öl- und Flüssiggastransports verläuft normalerweise durch die Passage.  Handelsschiffe werden zunehmend Ziele von Angriffen.

US-Energieminister Chris Wright sagte am Donnerstag dem Sender CNBC, die US-Marine sei derzeit noch nicht in der Lage, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. „Es wird relativ bald passieren, aber im Moment geht es nicht. Wir sind schlicht nicht bereit“, erklärte er. Trump hatte Anfang des Monats angekündigt, die Marine werde „so bald wie möglich“ mit der Begleitung von Tankern beginnen.

Medienberichten zufolge verstärken die Vereinigten Staaten weiter ihre militärische Präsenz im Nahen Osten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten, das Pentagon entsende zusätzliche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Tausende Marineinfanteristen in die Region.

Die iranischen Streitkräfte warnten laut iranischen Medien, Angriffe auf Öl-, Energie- oder Wirtschaftsanlagen des Landes würden Vergeltungsschläge nach sich ziehen. Ziel könnten demnach auch Einrichtungen von Ölunternehmen in der Region werden, die mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Zudem startete Teheran eine neue Welle von Drohnen- und Raketenangriffen auf Israel und Nachbarländer am Persischen Golf. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte diese Woche, dass Gespräche weiterhin nicht zur Debatte stünden. Die Angriffe würden so lange wie nötig fortgesetzt.

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran begann am 28. Februar mit massiven Luftangriffen. Seitdem beobachten die Energiemärkte die Lage im Persischen Golf mit großer Nervosität. Nach Angaben der New York Times ist der globale Ölpreis seit Beginn des Konflikts um rund 40 Prozent gestiegen.