Iran-Krieg

Bericht: Trump lehnt Vorstoß zu Waffenruhe-Verhandlungen mit Iran ab

Mehrere Länder versuchten offenbar Gesprächskanäle zwischen dem Washington und Teheran aufzubauen. Nach Angaben Trumps ist der Iran bereit zu verhandeln.

US-Präsident Donald Trump sendete zuletzt widersprüchliche Signale zum Iran-Krieg.
US-Präsident Donald Trump sendete zuletzt widersprüchliche Signale zum Iran-Krieg.Mark Schiefelbein/AP

Zwei Wochen nach Beginn des US-israelischen Militäreinsatzes gegen den Iran zeichnet sich keine diplomatische Lösung ab. Sowohl Washington als auch Teheran haben Vermittlungsversuche verbündeter Staaten zurückgewiesen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Vorgängen vertraute Quellen berichtet.

Die Trump-Regierung hat demnach mehrfache Angebote des Oman, eine Kommunikationslinie zu eröffnen, abgelehnt. Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses bestätigte dies gegenüber Reuters: „Er ist daran im Moment nicht interessiert, und wir werden die Mission ungebremst fortsetzen. Vielleicht kommt der Tag, aber nicht jetzt.“

Auch Ägypten hat Reuters zufolge versucht, die Kommunikation zwischen den Parteien wieder aufzunehmen, wie drei Quellen aus Sicherheits- und Diplomatenkreisen berichten. Zwar seien diese Bemühungen bislang erfolglos geblieben, hätten aber dazu beigetragen, dass Nachbarländer, die von iranischen Angriffen betroffen sind, militärische Zurückhaltung üben.

Was Teheran vor Verhandlungen fordert

In einem Telefoninterview mit NBC News äußerte sich Trump am Samstag zum Stand der Dinge. Er sagte, der Iran sei bereit, einen Deal zu schließen, er selbst jedoch nicht: „Die Bedingungen sind noch nicht gut genug.“ Welche konkreten Bedingungen er stellt, wollte er nicht nennen – bestätigte aber, dass ein vollständiger Verzicht Irans auf nukleare Ambitionen Teil davon sein müsse.

Der Iran verweigerte zuletzt jegliche Waffenstillstandsgespräche, solange die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe andauern. Teheran fordert laut zwei iranischen Regierungsquellen ein dauerhaftes Ende der Angriffe sowie Entschädigungszahlungen als Vorbedingung für Verhandlungen. Die iranischen Revolutionsgarden seien überzeugt, dass der Iran den Krieg verliere, wenn es die Kontrolle über die Straße von Hormus aufgebe, so eine dritte iranische Quelle. Deshalb werde keine Waffenruhe akzeptiert.

Der Krieg hat nach Angaben von Reuters bislang mehr als 2000 Menschen das Leben gekostet, die meisten davon in Iran. Die Schließung der Straße von Hormus durch Teheran – durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird – hat die größte Ölversorgungsstörung aller Zeiten ausgelöst und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Am Freitag griffen US-Streitkräfte Irans wichtigsten Ölexporthafen auf der Insel Kharg an. Trump sagte gegenüber NBC, der Angriff habe den Großteil der Insel „völlig zerstört“, fügte aber hinzu: „Vielleicht treffen wir sie noch ein paar Mal, einfach so.“

Bericht: Unklarheit über US-Strategie

Innerhalb der US-Regierung herrscht offenbar Uneinigkeit über die Strategie. Einige Berater drängen laut Reuters auf ein schnelles Ende des Konflikts und warnen, dass steigende Benzinpreise bei den bevorstehenden Zwischenwahlen politisch teuer werden könnten. Andere fordern, die Offensive fortzusetzen, um Irans Raketenprogramm zu zerstören und den Erwerb von Atomwaffen zu verhindern.

Trumps widersprüchliche Signale – einerseits erklärte er, es gebe „praktisch nichts mehr zu bombardieren", andererseits sprach er von einem Einsatz, der einen Monat oder länger dauern könne – erschweren eine Einschätzung des weiteren Verlaufs. Eine diplomatische Lösung scheint jedoch noch in weiter Ferne.