Iran-Krieg

Trump erklärt Kernziele im Iran für fast erreicht und droht mit neuen Schlägen

US-Präsident Trump richtete sich am Abend in einer Rede an die Nation. Darin kündigte er für die kommenden zwei bis drei Wochen weitere schwere Angriffe an.

US-Präsident Donald Trump spricht über den Iran-Krieg in der Cross Hall des Weißen Hauses  in Washington.
US-Präsident Donald Trump spricht über den Iran-Krieg in der Cross Hall des Weißen Hauses in Washington.Alex Brandon/AP

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner ersten Fernsehansprache seit Beginn des Iran-Kriegs weitere schwere Militärschläge für die kommenden zwei bis drei Wochen angekündigt. In der vom Weißen Haus veröffentlichten Rede erklärte Trump zudem, die strategischen Kernziele der „Operation Epic Fury“ seien fast erreicht.

„Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“, sagte Trump in der knapp 19 Minuten langen Ansprache. Die iranische Marine sei zerstört, die Luftwaffe in Trümmern, die Fähigkeit zum Abschuss von Raketen und Drohnen stark eingeschränkt. Einen konkreten Zeitplan für ein Ende des Konflikts nannte er nicht.

Sollte Teheran nicht auf US-Bedingungen eingehen, drohte Trump mit Angriffen auf Irans Energie- und Ölinfrastruktur. Verhandlungen liefen, sagte Trump. Die Gegenseite sei „weniger radikal und deutlich vernünftiger“. „Wir haben alle Karten, sie haben keine.“

Ölpreis steigt, Aktienmärkte fallen

Die Finanzmärkte reagierten unmittelbar: Laut AP stiegen die Ölpreise um mehr als vier Prozent, asiatische Aktien fielen. Reuters berichtete zudem von einem festeren Dollar. Beobachter werteten die Rede als Zeichen, dass ein kurzfristiges Ende des Konflikts nicht absehbar ist.

Den gestiegenen Benzinpreis in den USA führte Trump in seiner Rede auf iranische Angriffe auf kommerzielle Öltanker und auf Nachbarländer zurück. Er forderte Länder, die auf Öltransporte durch die Straße von Hormus angewiesen sind, auf, die Meerenge selbst zu sichern: „Der schwere Teil ist erledigt.“ Über den Wasserweg zwischen Iran und Oman läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports.

Laut AP wiederholte Trump in der Rede vieles, was er in den vergangenen Wochen bereits gesagt hatte, und lieferte wenig neue Einzelheiten. Umfragen zufolge hält eine Mehrheit der US-Bürger das militärische Vorgehen für überzogen. Trumps Zustimmungswerte sind laut Reuters gesunken.

Offene Fragen und Widersprüche

Mehrere Punkte blieben in Trumps Rede unerwähnt. Er ging weder auf den Status des angereicherten iranischen Urans ein noch auf die seit Kriegsbeginn am 28. Februar faktisch geschlossene Straße von Hormus. Darauf wies Reuters hin. Eine von ihm selbst gesetzte Frist bis zum 6. April zur Wiedereröffnung der Wasserstraße erwähnte er laut AP ebenfalls nicht.

Stunden vor der Ansprache hatte Trump bei einem Osteressen im Weißen Haus gesagt, die USA könnten Irans Öl „einfach nehmen“. Das Weiße Haus stellte ein Video dieser Äußerungen online, nahm es dann aber wieder herunter. Auf AP-Anfragen dazu reagierte das Weiße Haus nicht.

Am Mittwochmorgen behauptete Trump zudem in einem Beitrag in sozialen Medien, die neue iranische Führung wolle einen Waffenstillstand. Irans Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei wies dies laut iranischem Staatsfernsehen als „falsch und grundlos“ zurück. Seit Beginn der Operation sind nach Angaben des Weißen Hauses 13 US-Soldaten getötet worden.

Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sind seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar im Iran mehr als 1900 Menschen getötet und mindestens 20.000 verletzt worden.