USA

Streit um Epstein-Akten: Donald Trump feuert Justizministerin Pam Bondi

Nach wachsender Kritik und internen Spannungen verliert der Präsident das Vertrauen in eine enge Vertraute. Bondi geriet zuletzt vor allem wegen des Umgangs mit den Epstein-Akten unter Druck.

US-Präsident Donald Trump und Justizministerin Pam Bondi bei einem Auftritt im Weißen Haus in Washington.
US-Präsident Donald Trump und Justizministerin Pam Bondi bei einem Auftritt im Weißen Haus in Washington.ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP

US-Präsident Donald Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen. In seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er am Donnerstag, die 60-Jährige werde vorerst durch ihren Stellvertreter Todd Blanche ersetzt. Blanche war früher persönlicher Anwalt des Präsidenten.

Trump würdigte Bondi zugleich „als großartige amerikanische Patriotin und loyale Freundin“. Sie sei in ihrer Amtszeit erfolgreich gegen Kriminalität vorgegangen. „Wir schätzen Pam sehr, und sie wird eine dringend benötigte und wichtige neue Position in der Privatwirtschaft übernehmen, die in Kürze bekanntgegeben wird“, teilte Trump mit.

Berichte: Umgang mit Epstein-Akten war Streitpunkt

Der US-Präsident soll laut übereinstimmenden Berichten in den vergangenen Tagen zunehmend unzufrieden mit Bondi gewesen sein. Nach Angaben von NBC News warf er ihr vor, seine politische Linie im Justizministerium nicht ausreichend umgesetzt zu haben. CNN berichtete zudem, der Präsident habe kritisiert, dass nicht entschieden genug gegen politische Gegner vorgegangen worden sei.

Ein zentraler Streitpunkt war nach Informationen der New York Times und von CNN Bondis Umgang mit den Akten im Fall Jeffrey Epstein. Die Affäre sorgte nicht nur im Weißen Haus, sondern auch im eigenen politischen Lager für wachsenden Unmut. Den Berichten zufolge verlor Bondi in Teilen der MAGA-Basis an Rückhalt, nachdem angekündigte Enthüllungen ausblieben. Besonders Kritik löste laut Politico ihre Aussage aus, eine angebliche „Kundenliste“ liege auf ihrem Tisch – später stellte sich heraus, dass ein solches Dokument nicht existiert.

Streit im Weißen Haus: Trump verliert das Vertrauen in Bondi

Laut CNN hatte Trump bereits in den vergangenen Tagen mit Vertrauten über eine mögliche Entlassung gesprochen. Am Mittwoch soll es ein persönliches Gespräch mit Bondi gegeben haben, das ein Insider als „hart“ beschrieb. Trump habe dabei deutlich gemacht, dass er sie in absehbarer Zeit ersetzen werde. Zwischen Trump und Bondi soll es zudem laut NBC News in der vergangenen Woche zu einer heftigen Auseinandersetzung im Weißen Haus gekommen sein. Details dazu wurden nicht bekannt.

Tiefgreifende Änderungen im Justizministerium

Bondis Amtszeit war von tiefgreifenden Eingriffen in das Justizministerium geprägt. Berichten zufolge hatte sie zahlreiche Staatsanwälte und FBI-Mitarbeiter entlassen sowie Ermittlungen gegen politische Gegner des Präsidenten eingeleitet. Kritiker warfen Bondi vor, die Unabhängigkeit der Justiz untergraben und das Ministerium für politische Zwecke eingesetzt zu haben. Politico schreibt von einer „raschen Erosion“ der bisherigen Distanz zwischen Justiz und Weißem Haus.

Zugleich geriet die Behörde in eine Phase anhaltender Unruhe. Laut Politico verließen zahlreiche erfahrene Juristen das Ministerium, während mehrere Verfahren gegen politische Gegner Trumps vor Gericht scheiterten.

Bondi galt lange als enge Vertraute Trumps. Sie unterstützte ihn bereits im Wahlkampf und gehörte später zu seinem Verteidigungsteam im ersten Amtsenthebungsverfahren. 

Bondi ist bereits die zweite Ministerin aus Trumps Kabinett, die gehen muss. Anfang März hatte der Präsident Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen.