US-Präsident Donald Trump hat am Montag innerhalb weniger Stunden sowohl mit militärischer Gewalt gegen den Iran gedroht als auch Gesprächsbereitschaft Teherans behauptet. Kurz nach Inkrafttreten einer US-Seeblockade gegen iranische Häfen um 16 Uhr MESZ warnte Trump auf Truth Social, iranische Schnellboote, die sich der Blockade näherten, würden „sofort eliminiert“. Rund drei Stunden später erklärte er laut Reuters im Weißen Haus vor Reportern, der Iran wolle einen Deal abschließen.
Trump sagte, der Iran habe „heute Morgen angerufen“ und wolle eine Vereinbarung aushandeln. Die Gespräche seien jedoch bei der Atomfrage ins Stocken geraten. „Iran wird keine Atomwaffe haben“, sagte Trump laut Reuters. „Wir können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst.“
.@POTUS: "Iran will not have a nuclear weapon... If they don't agree, there's no deal. There'll never be a deal. Iran will not have a nuclear weapon and we're going to get the dust back — either we'll get it back from them or we'll take it." pic.twitter.com/SNani9M8hT
— Rapid Response 47 (@RapidResponse47) April 13, 2026
Neutraler Transit bleibt von Blockade ausgenommen
Die Blockade richtet sich laut dem US-Zentralkommando CENTCOM gegen sämtlichen Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen. Sie erstreckt sich über den Golf von Oman und das Arabische Meer östlich der Straße von Hormus. In einer Mitteilung an die Schifffahrt, die Reuters einsehen konnte, heißt es: „Jedes Schiff, das ohne Genehmigung in das blockierte Gebiet einfährt oder es verlässt, kann abgefangen, umgeleitet und beschlagnahmt werden.“
Die Blockade gilt unabhängig von der Flagge des Schiffes. Der neutrale Transitverkehr durch die Straße von Hormus zu nichtiranischen Zielen bleibt laut CENTCOM ausgenommen. Humanitäre Lieferungen wie Nahrungsmittel und medizinische Güter sind nach Inspektion erlaubt. CENTCOM hatte die Blockade am 12. April angekündigt. Grundlage war nach Angaben des Kommandos eine Anweisung des Präsidenten.
In seiner Drohung gegen iranische Schnellboote verwies Trump auf die seit September laufenden US-Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im Pazifik. Bei diesen Einsätzen wurden laut Reuters mindestens 110 Menschen getötet.
Trump behauptete, die iranische Marine sei im sechswöchigen Krieg „vollständig zerstört“ worden. Der pensionierte britische Marinekommandeur Tom Sharpe hatte laut Reuters jedoch im Vormonat darauf hingewiesen, dass die iranischen Revolutionsgarden weiterhin über Schnellboote, Mini-U-Boote, Minen und mit Sprengstoff beladene Jetskis verfügten.
Ölpreis steigt, Schiffsverkehr bleibt gestört
Die Blockade folgt auf das Scheitern von Gesprächen am Wochenende zur Beendigung des Konflikts. Der Ölpreis stieg laut Reuters auf über 100 Dollar pro Barrel. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert. Der Schiffsmakler Clarksons teilte am Montag mit, die Durchfahrten durch die Meerenge hätten zuletzt zugenommen, lägen aber weiter unter dem Niveau vor der Krise.
Der Iran bezeichnete die Blockade am Montag als „illegal“ und warf den USA „Piraterie“ vor, wie Ebrahim Zolfagheri, Sprecher der iranischen Streitkräfte, laut The Independent erklärte. Die Revolutionsgarden warnten, die Annäherung von Militärschiffen an die Straße von Hormus stelle einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar. Zwei mit dem Iran verbundene Tanker verließen den Golf am Montag noch vor Inkrafttreten der Blockade über die Meerenge, wie Schiffsdaten der Analysedienste Kpler und LSEG zeigten.


