Ungleichheit

Trotz Rekordvermögen: Immer mehr Deutsche ohne finanzielle Reserve

Die Anzahl der Haushalte ohne Ersparnisse wächst schnell. Gleichzeitig erreicht das Gesamtvermögen neue Höchststände. Dieses ist aber extrem ungleich verteilt.

Eine wachsende Zahl von Haushalten hat nach eigenen Angaben keine finanziallen Rücklagen.
Eine wachsende Zahl von Haushalten hat nach eigenen Angaben keine finanziallen Rücklagen.IMAGO / NurPhoto

In Deutschland hat mittlerweile mehr als jeder vierte Haushalt keinerlei finanzielle Reserven. 27 Prozent der Haushalte geben an, über keine Rücklagen zu verfügen. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und verdeutlicht die angespannte finanzielle Lage eines erheblichen Teils der Bevölkerung.

Zugleich ist die allgemeine Sparneigung zurückgegangen. Weniger Haushalte legen regelmäßig Geld zur Seite als noch in den vergangenen Jahren. Steigende Lebenshaltungskosten dürften ein wesentlicher Grund dafür sein, dass vielen Haushalten am Monatsende weniger zum Sparen bleibt. Sparten im letzten Jahr noch leicht über 70 Prozent der Haushalte Geld, sank deren Anteil auf knapp 64 Prozent.

Vermögen auf Rekordniveau – aber ungleich verteilt

Auf der anderen Seite hat das Gesamtvermögen in Deutschland einen historischen Höchststand erreicht. Die Bundesbank schätzt das private Vermögen auf fast 10.000 Milliarden Euro. Davon profitieren allerdings bei weitem nicht alle: Die Verteilung des Vermögens ist so ungleich wie nie zuvor.

Etwa die Hälfte entfällt auf die vermögendsten zehn Prozent: etwa vier Millionen Haushalte. Dort mehrt sich das Vermögen kräftiger, weil sie im Schnitt stärker in Aktien und Fonds investieren als ärmere Haushalte. Am unteren Ende der Skala finden sich laut Bundesbank etwa 20 Millionen Haushalte, auf die nur acht Prozent des Geldvermögens entfallen.