Politik

CDU-Kanzleramtschef gegen Grundsicherung: Wer arbeiten kann, muss auch arbeiten gehen

Ähnlich wie Bundeskanzler Friedrich Merz fordert Thorsten Frei von den Deutschen, mehr zu arbeiten. Man dürfe „vor lauter Work-Life-Balance nicht die Arbeit aus dem Blick verlieren“.

Thorsten Frei (CDU) ist der neue Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben.
Thorsten Frei (CDU) ist der neue Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben.Katharina Kausche/dpa

Der Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat in einem Interview über das Thema Arbeit gesprochen. Frei sagte der Bild-Zeitung: „Wir alle müssen aufpassen, dass wir vor lauter Work-Life-Balance nicht die Arbeit aus dem Blick verlieren.“

Es gebe viele Menschen in Deutschland, die „sehr leistungsstark sind und sich reinhängen“. Doch die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Deutschen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach unten gegangen. Darüber müsse man sich Gedanken machen, wenn über das Wirtschaftswachstum geredet werde.

Friedrich Merz wettert gehen Viertagewoche

Im Koalitionsvertrag stehe, dass mehr Arbeit auch belohnt werden solle, betonte Frei. Als Beispiele nannte er die Steuerfreiheit der Überstundenzuschläge oder die Aktivrente. „Wenn jemand, der das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht hat, trotzdem weiter arbeitet, freiwillig, soll er die ersten 2000 Euro im Monat steuerfrei behalten können.“

Zu jungen Leute, denen eine Work-Life-Balance häufig wichtiger sei, sagte er: „Ich bin weit davon entfernt, anderen erklären zu wollen, wie sie ihr Leben führen sollen.“ Jeder könne so leben, wie es den eigenen Bedürfnissen entspreche – allerdings nicht auf Kosten anderer. „Und das bedeutet für mich beispielsweise beim Thema neue Grundsicherung, dass diejenigen, die arbeiten können und gesund sind (...), für dieses Einkommen auch arbeiten müssen“, erklärte Frei.

Ähnlich wie Frei sieht es dessen Parteikollege, Bundeskanzler Friedrich Merz. Zuletzt sagte er: „Mit Viertagewoche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.“ Im Wahlkampf hatte Merz damals angekündigt, denjenigen das Bürgergeld zu streichen, die nicht arbeiten.