Telekommunikation

Telekom plant KI-Assistenten im Handynetz: Telefonate werden smarter

Die Deutsche Telekom plant, zeitnah einen KI-Assistenten in ihr Mobilfunknetz zu integrieren. Ob der Dienst kostenlos sein wird, ist offen. Welche Fähigkeiten wird die KI haben?

Die Telekom möchte noch in diesem Jahr flächendeckend einen KI-Assistenten in ihr Mobilfunknetz einführen.
Die Telekom möchte noch in diesem Jahr flächendeckend einen KI-Assistenten in ihr Mobilfunknetz einführen.Oliver Berg / dpa

Die Deutsche Telekom will noch in diesem Jahr einen KI-Assistenten in ihr Mobilfunknetz integrieren, der bei Telefonaten live übersetzt, Fragen beantwortet und Gesprächszusammenfassungen erstellt. Der Bonner Konzern stellte den sogenannten „Magenta AI Call Assistant" zum Auftakt der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona vor.

Aktiviert wird der Assistent per Sprachbefehl „Hey Magenta“. „Es geht zeitnah los“, sagte Telekom-Technikvorstand Abdu Mudesir. Ob der Dienst etwas kosten wird, ließ der Konzern offen.

Der Assistent soll innerhalb von zwölf Monaten 50 Sprachen live übersetzen können. Zudem erstellt die KI auf Wunsch schriftliche Zusammenfassungen nach dem Gespräch – etwa nach einem Arztanruf oder einem Telefonat mit der Versicherung. Auch Auskünfte zu Flugverbindungen oder Sportergebnissen sollen während des Gesprächs möglich sein.

Die Telekom sei der erste Telekommunikationskonzern weltweit, der KI-Dienste direkt ins Netz integriere, so das Unternehmen. Ein neues Smartphone sei dafür nicht nötig – selbst ein altes Tastentelefon reiche aus, betonte Mudesir.

Konkurrenz sieht keinen Bedarf an KI-Systemen

Mit dem Vorhaben will die Telekom die klassische Sprachtelefonie stärken, die angesichts von Messenger-Diensten seit Jahren an Nutzung verliert. Datenschutzbedenken trat Mudesir entgegen: Die Datenverarbeitung geschehe in der EU, Aufnahmen würden nach der Zusammenfassung gelöscht.

Die Konkurrenten Vodafone und O2 planen keinen vergleichbaren Dienst. Vodafone-Service-Chef Guido Weissbrich verwies darauf, dass KI bereits auf modernen Smartphones verfügbar sei. Branchenexperte Ben Wood von CCS Insight nannte das Vorhaben einen „geschickten Schachzug“, stellte aber den kommerziellen Erfolg als offene Frage dar.