Verbrauche

Ärger für Tannenzäpfle: Umwelthilfe verklagt Bier-Kultmarke – das ist der Grund

Die Badische Staatsbrauerei wirbt mit „Klimapositivität bis 2030“. Doch damit täuscht sie nach Angaben der DUH die Verbraucher.

Die Staatsbrauerei Rothaus wird von der Umwelthilfe verklagt.
Die Staatsbrauerei Rothaus wird von der Umwelthilfe verklagt.Manfred Segerer/imago

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Brauerei Rothaus wegen einer Werbekampagne mit dem Slogan „Klimapositiv 2030“ verklagt, wie die DUH am Montag mitteilte.

Nach Ansicht der DUH wurden Verbrauchern allerdings keine ausreichenden Informationen bereitgestellt, wie das Ziel überhaupt erreicht werden soll. Selbst der auf dem Plakat abgedruckte QR-Code führe lediglich zu einer Webseite der Brauerei, die „nur unzureichende Informationen“ enthalte.

DUH: Brauerei täuscht Verbraucher

„Mit jedem Schluck Bier zur Klimapositivität – diesen Eindruck suggeriert die Brauerei Rothaus. Doch der Konzern bleibt vage in seiner Erklärung, wie er ‚klimapositiv 2030‘ erreichen will. Mit dem Versprechen verschafft sich die dem Land Baden-Württemberg gehörende Brauerei einen unfairen Wettbewerbsvorteil und täuscht Verbraucherinnen und Verbraucher“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Auf der Website gibt die Brauerei an, das Ziel „bis 2030 klimapositiv“ zu werden, an.

Dazu habe das Unternehmen zwei Anlagen eines Windenergieparks erworben. Bis 2030 wolle das Unternehmen über die Klimaneutralität hinaus einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. So könnten nicht nur Restemissionen ausgeglichen werden, sondern auch anderen Unternehmen bei der Nutzung von Ökostrom geholfen werden.

Das Unternehmen gibt an, bereits seit 2002 ein Umweltmanagementsystem „nach ISO 14.001 und seit 2015 ein Energiemanagementsystem nach ISO 50.001“ zu haben. Weiter sei das Unternehmen Teil des Klimabündnisses Baden-Württemberg und habe eine Klimaschutzvereinbarung unterzeichnet. Mit dem Klimabündnis BW soll im Rahmen eines Berichts nachhaltiges Wirtschaften aufgezeigt und in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Weiter will Rothaus seine Unternehmensflotte nach und nach auf E-Mobilität umstellen. Das Unternehmen installierte zudem Solaranlagen auf dem Dach der Brauerei. Eigenen Angaben zufolge wurden die CO₂-Emissionen seit 2008 um zwei Drittel reduziert.

Die Brauerei ist kein Privatunternehmen. Sie gehört zu 100 Prozent dem Land Baden-Württemberg. Trotzdem unterliegt sie wie jede deutsche Aktiengesellschaft auch den strengen Regeln des Aktiengesetzes und wirtschaftet entsprechend unabhängig.

Anmerkung: Auf Hinweis der Brauerei haben wir die ergriffenen Klima-Maßnahmen in Absatz vier ergänzt.