Nahost

Syrien: Neue Machthaber kündigen Auflösung der Geheimdienste an

Unter dem früheren Machthaber Assad wurden die syrischen Geheimdienste von vielen gefürchtet. Der neue Geheimdienstchef will die Behörden neu aufstellen.

Die Fahne der neuen syrischen Machthaber bei einer Großkundgebung in Aleppo Mitte Dezember nach dem Sturz von Baschar al-Assad.
Die Fahne der neuen syrischen Machthaber bei einer Großkundgebung in Aleppo Mitte Dezember nach dem Sturz von Baschar al-Assad.Juma Mohammad

Alle bisherigen Geheimdienstorganisationen in Syrien sollen nach Angaben des neuen syrischen Geheimdienstchefs Anas Chattab aufgelöst werden. Sie seien unter dem gestürzten Machthaber Baschar al-Assad als Instrument der Unterdrückung gefürchtet worden. Chattab kündigte weiter eine komplette Neuorganisation der Dienste an, sodass sie dem syrischen Volk „Ehre machen“.

Chattab beklagte in einer von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana verbreiteten Erklärung „die Unterdrückung und Tyrannei des alten Regimes“ unter Assad. Dieses habe der Bevölkerung mithilfe des Sicherheitsapparats schweres Leid zugefügt. „Die Sicherheitsdienste des alten Regimes waren zahlreich und vielfältig, aber allen war gemeinsam, dass sie dem Volk aufgezwungen wurden, um es fünf Jahrzehnte lang zu unterdrücken“, erklärte der neue Geheimdienstchef.

Syrien: Geheimdienste betrieben Gefängnisse

Während der jahrzehntelangen Herrschaft von Baschar al-Assad und dessen Vater Hafis verschwanden zahllose Menschen in den von den Geheimdiensten betriebenen Gefängnissen.

Assad-Gegner hatten unter der Führung der islamistischen HTS-Miliz am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft von Assad in Syrien beendet. Assad, dem Entführung, Folter und Ermordung von Andersdenkenden vorgeworfen werden, floh nach Russland.

Ein Mann begutachtet die Porträts von Vermissten, deren Familien sagen, dass sie vom Assad-Regime entführt wurden, an einem Denkmal in Damaskus.
Ein Mann begutachtet die Porträts von Vermissten, deren Familien sagen, dass sie vom Assad-Regime entführt wurden, an einem Denkmal in Damaskus.Mosa'ab Elshamy/AP