Alle bisherigen Geheimdienstorganisationen in Syrien sollen nach Angaben des neuen syrischen Geheimdienstchefs Anas Chattab aufgelöst werden. Sie seien unter dem gestürzten Machthaber Baschar al-Assad als Instrument der Unterdrückung gefürchtet worden. Chattab kündigte weiter eine komplette Neuorganisation der Dienste an, sodass sie dem syrischen Volk „Ehre machen“.
Chattab beklagte in einer von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana verbreiteten Erklärung „die Unterdrückung und Tyrannei des alten Regimes“ unter Assad. Dieses habe der Bevölkerung mithilfe des Sicherheitsapparats schweres Leid zugefügt. „Die Sicherheitsdienste des alten Regimes waren zahlreich und vielfältig, aber allen war gemeinsam, dass sie dem Volk aufgezwungen wurden, um es fünf Jahrzehnte lang zu unterdrücken“, erklärte der neue Geheimdienstchef.
Syrien: Geheimdienste betrieben Gefängnisse
Während der jahrzehntelangen Herrschaft von Baschar al-Assad und dessen Vater Hafis verschwanden zahllose Menschen in den von den Geheimdiensten betriebenen Gefängnissen.
Assad-Gegner hatten unter der Führung der islamistischen HTS-Miliz am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft von Assad in Syrien beendet. Assad, dem Entführung, Folter und Ermordung von Andersdenkenden vorgeworfen werden, floh nach Russland.

