Politik

„Alles für Deutschland“-Parole: Strafanzeige gegen Alice Weidel gestellt

Bereits der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke wurde rechtskräftig wegen Verwendens der Parole verurteilt. Nun soll das Gleiche auch Weidel drohen.

Alice Weidel sorgte mit einem Auftritt bei Welt TV für Kritik.
Alice Weidel sorgte mit einem Auftritt bei Welt TV für Kritik.dts Nachrichtenagentur/imago

Das Hackerkollektiv Anonymous hat Strafanzeige gegen die AfD-Chefin Alice Weidel erstattet. Wie „Anonymous Germany“ auf der Plattform X mitteilte, wurde die Anzeige bei der Berliner Polizei erstattet. 

Hintergrund ist der Vorwurf an Weidel, sie habe in einem Interview mit Welt TV vor einigen Tagen die SA-Parole „Alles für Deutschland“ verwendet. Sie soll sich Anonymous zufolge des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ strafbar gemacht haben.

Weidel zu Hitlerjugend-Parole: „Verstehe den Aufreger nicht“

Weidel wurde bei Welt TV auf die neu gegründete Jugendorganisation „Generation Deutschland“ angesprochen. Ein Mitglied im Bundesvorstand der AfD-Jugend hatte am 29. November in Gießen das Motto der Hitlerjugend – „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ – als Vorbild gelobt. Weidel sagte dazu gegenüber dem Sender: „Also ich wusste jetzt auch nicht, dass das irgendwie irgendwann mal gesagt wurde. Genauso wie ‚Alles für Deutschland, alles für Deutschland‘. Huch, ja, ich verstehe den Aufreger nicht.“

Die Verwendung dieser Parole hatte für einen AfD-Politiker bereits juristische Konsequenzen. Björn Höcke, der Thüringer AfD-Chef, wurde wegen der Aussage „Alles für Deutschland“ zweimal rechtskräftig verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte im vergangenen Jahr zwei Urteile gegen Höcke wegen des Verwendens der Parole. Höcke hatte im Mai 2021 bei einer Wahlveranstaltung in Merseburg am Ende seiner Rede gesagt: „Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt, alles für Deutschland.“ Beim letzteren Teil handelt es sich um eine verbotene Parole der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP.

Auch an Weidel gab es nach dem Erscheinen des Interviews bei Welt TV scharfe Kritik. Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, sagte am Samstag, „dass Alice Weidel diese rechtsextreme Entgleisung wenige Tage später in einem Interview mit Welt TV nicht nur entschuldigt, sondern selbst eine verbotene SA-Parole mehrfach wiederholt, ist unerträglich“. Weiter sagte der CDU-Politiker: „Die AfD radikalisiert sich unter der Führung von Alice Weidel und Tino Chrupalla immer mehr.“ Und weiter: „Frau Weidel entwickelt sich selbst immer mehr zum rechtsextremen Verdachtsfall.“