In der Nähe des israelischen Konsulats in Istanbul ist es am Dienstag zu einer Schießerei gekommen. Reuters und die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldeten, dass in der Büyükdere-Straße im Stadtteil Levent Schüsse zu hören gewesen seien. Zahlreiche Polizei- und Rettungskräfte seien in das Gebiet entsandt worden.
Nach Angaben des Gouverneurs von Istanbul, Davut Gül, wurde ein Angreifer bei dem Schusswechsel getötet. Zwei weitere seien verletzt und in Gewahrsam genommen worden. Auch zwei Polizisten wurden demnach leicht verletzt. Zuvor hatten türkische Medien berichtet, zwei Angreifer seien getötet worden. Diese Angaben bestätigten sich zunächst nicht.
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Minister spricht von „Terroristen“ – Identitäten festgestellt
Der türkische Innenminister Mustafa Çiftçi erklärte laut CNN Türk, die drei Beteiligten hätten sich ein Feuergefecht mit Polizeikräften geliefert und seien dabei „neutralisiert“ worden. Çiftçi bezeichnete die Beteiligten als „Terroristen“. Die Identität der Verdächtigen sei inzwischen festgestellt worden. Den Angaben zufolge seien sie mit einem Mietwagen aus İzmit nach Istanbul gekommen. Einer der Beteiligten habe Verbindungen zu einer religiös-extremistischen Gruppe, ein weiterer sei wegen Drogendelikten polizeibekannt.
Zudem hätten die drei intensiv über Messengerdienste miteinander kommuniziert. Die Vernehmung der verletzten Verdächtigen dauere an.
Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt bislang nicht vor.
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Erdogan spricht von „Anschlag“
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Vorfall in Istanbul scharf. Es müsse bekannt sein, dass man den „heimtückischen Anschlag“ in Besiktas verurteile, der durch das Eingreifen der Sicherheitskräfte vereitelt worden sei, sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Zugleich kündigte er an, den Kampf gegen Terrorismus „in all seinen Formen“ fortzusetzen und nicht zuzulassen, dass „niederträchtige und zeitlich abgestimmte Provokationen“ das Sicherheitsklima im Land beeinträchtigten.
Erdogan äußerte sich im Rahmen einer Veranstaltung zur türkischen Rüstungsindustrie und nutzte die Gelegenheit für grundsätzliche Aussagen zur militärischen Stärke des Landes. Ziel sei es, die Abschreckungsfähigkeit der Streitkräfte weiter auszubauen und die Produktion hoch entwickelter Waffensysteme zu beschleunigen. Mit neuen Anlagen und einer steigenden Produktionskapazität wolle die Türkei ihre Luftverteidigung und militärische Schlagkraft weiter stärken.
Ermittlungen laufen – Warnung vor ungeprüften Bildern
Der türkische Justizminister Akın Gürlek erklärte, die Staatsanwaltschaft in Istanbul habe umgehend Ermittlungen eingeleitet. Mehrere Staatsanwälte seien mit dem Fall betraut worden und hätten Untersuchungen vor Ort aufgenommen.
Die türkische Medienaufsicht RTÜK warnte zugleich vor der Verbreitung ungeprüfter Bilder. In sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen, die geeignet seien, „Unruhe zu stiften“. Medien seien verpflichtet, sich auf offizielle Angaben zu stützen.

