Protestaktionen

Schadenersatz-Forderung: Letzte Generation schlägt Lufthansa teuren Deal vor

Die Klimaschutzgruppe hat der Lufthansa angeboten, die 740.000 Euro Schadenersatz zu zahlen. Allerdings nur, wenn die Fluggesellschaft die sozialen Kosten des CO₂-Ausstoßes begleicht.

Flughafen BER: Bundespolizisten nehmen einen Aktivisten der Letzten Generation fest, nachdem er versucht hatte, auf ein Rollfeld zu gelangen. 
Flughafen BER: Bundespolizisten nehmen einen Aktivisten der Letzten Generation fest, nachdem er versucht hatte, auf ein Rollfeld zu gelangen. Paul Zinken/dpa

Ob dieser Deal tatsächlich zustande kommt? Mitglieder den Letzten Generation haben der Lufthansa nach Schadenersatzforderungen wegen Protestaktionen ein „Angebot“ gemacht. Sie seien bereit, die geforderten 740.000 Euro Schadenersatz zu zahlen, teilten die Klimaaktivisten am Montag mit. Im Gegenzug müsse die Lufthansa die jährlichen sozialen Kosten des CO₂-Ausstoßes begleichen. Dies sind nach Darstellung der Aktivisten rund sechs Milliarden Euro pro Jahr.

Einem Bericht der Bild am Sonntag (BamS) zufolge fordert der Lufthansa-Konzern von der Gruppe Schadenersatz in Höhe von rund 740.000 Euro. Hintergrund sind Störaktionen von Mitgliedern der Gruppe, bei denen die Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf und Berlin über Stunden lahmgelegt wurden. Bei allen drei Aktionen waren Mitglieder der Gruppe festgenommen worden, nachdem sie sich auf den Rollbahnen festgeklebt hatten. Die Polizei hatte Ermittlungen gegen die Personen aufgenommen, die nun für Schadenersatzforderungen infrage kommen.

Protest am BER: Aufforderungen zur Zahlung von 120.000 Euro an Aktivisten

Dem BamS-Bericht zufolge waren nach Lufthansa-Angaben alleine in Hamburg von einer Protestaktion am vergangenen 13. Juli 57 Flüge der Lufthansa-Gruppe mit 8500 Passagieren betroffen, für den dortigen Vorfall mache die Lufthansa 400.000 Euro Schaden geltend. Zehn Beschuldigten würden mit Blick auf die Hamburger Proteste die Aufforderungsschreiben zur Zahlung zugestellt.

Schadenersatz fordert die Lufthansa auch für Protestaktionen am Flughafen Düsseldorf am gleichen Tag mit 24 betroffenen Flügen – sowie für eine Aktion im November 2022 am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg mit 35 betroffenen Flügen. Für die Aktion in Düsseldorf gehe es um 220.000 Euro Schadenersatz. Für den Protest am Berliner Flughafen sollen sechs Beschuldigte bereits die Aufforderungen zur Zahlung in Höhe von 120.000 Euro bekommen haben.