Südwinde bringen am Samstag und Ostersonntag Saharastaub nach Deutschland. In manchen Regionen könnte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Sonnenschein getrübt werden. Das Phänomen sei in vielen Teilen Deutschlands zu beobachten, in der höchsten Konzentration aber im Westen des Landes, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold am Karsamstag.
Der Wüstensand wird durch starke Winde in die Luft gewirbelt und anschließend über extrem weite Strecken getragen – bis nach Mitteleuropa schafft es der Sahara-Sand fünf bis 15 Mal im Jahr. „In der Intensität ist das eher selten“, sagte DWD-Meteorologe Herold indes zum aktuellen Ausbruch.
Der Dunst, der durch den feinen Sandstaub entsteht, dämpft die Sonnenstrahlen. Außerdem fördert viel Sahara-Staub die Wolkenbildung, es entwickeln sich sogenannte Schleierwolken, die den den Himmel besonders milchig wirken lassen.
Auch am Ostersonntag soll der Staub noch sichtbar sein. Am Montag soll eine Kaltfront ihn dann abziehen lassen, sagte Herold.
Sahara-Staub in Griechenland: Athen unter Dunstglocke
Griechenland erreichte der Saharastaub bereits am Gründonnerstag. Eine graubraune Dunstglocke legte sich über die griechische Hauptstadt, die Feinstaubwerte erreichten der Universität Athen örtlich bis zu 500 Mikrogramm.
Bereits Werte ab 50 Mikrogramm können zu gesundheitlichen Problemen führen. Griechische Medien veröffentlichten Warnungen an gefährdete Menschen: Wer an Atemwegs- oder Herzerkrankungen leidet, sollte sich nach Möglichkeit nicht im Freien aufhalten oder anstrengende körperliche Arbeit verrichten. Doch auch gesunde Menschen bekamen die schlechte Luft zu spüren. In Athen klagten viele über trockene Augen, juckende Nasen und ein Kratzen im Hals.
In der Schweiz fegte am späten Freitagabend ein kräftiger Föhnsturm mit Sahara-Staub über die Alpen. Nach Angaben eines Meteorologen hängen über der Schweiz nach Modellrechnungen 180.000 Tonnen Saharastaub in der Luft. Das sei ungewöhnlich viel. Normalerweise bringe der Wind eher halb so viel bis in die Schweiz. Das stürmische Wetter soll leicht abgeschwächt bis Ostermontag anhalten.
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