Russland

Putin erklärt Ausbau der Atomstreitkräfte zur „absoluten Priorität“

Der Kremlchef betont nach Auslaufen des New-Start-Abkommens die Rolle der nuklearen Triade für die strategische Abschreckung. Putin will zudem bei fortschrittlichen Waffensystemen vorpreschen.

Russlands Präsident Wladimir Putin will Armee und Marine weiter stärken.
Russlands Präsident Wladimir Putin will Armee und Marine weiter stärken.Vyacheslav Prokofyev/imago

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Weiterentwicklung der russischen Atomstreitkräfte zur obersten Priorität erklärt. „Die Entwicklung der nuklearen Triade, die Russlands Sicherheit garantiert und für eine wirksame strategische Abschreckung sowie ein Kräftegleichgewicht in der Welt sorgt, bleibt eine absolute Priorität“, sagte Putin am Sonntag in einer Fernsehansprache anlässlich des Tags des Verteidigers des Vaterlandes, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Äußerungen fallen in eine Phase erhöhter Spannungen: Am 5. Februar war das „New Start“-Abkommen zwischen Russland und den USA ausgelaufen, das beide Seiten zur Begrenzung ihrer atomaren Sprengköpfe auf jeweils maximal 1550 verpflichtet hatte. Der Vertrag war 2010 von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew unterzeichnet worden.

Atomvertrag: USA wollen China mit einbeziehen

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax kündigte Putin zudem an, das Entwicklungstempo bei fortschrittlichen Waffensystemen zu erhöhen. Russland werde „das Potenzial aller Teilstreitkräfte erheblich steigern und ihre Kampfbereitschaft, Mobilität und Einsatzfähigkeit unter allen, selbst schwierigsten Bedingungen, verbessern“, heißt es demnach in der auf der Kreml-Website veröffentlichten Botschaft.

Putin erklärte ferner, Armee und Marine sollten weiter gestärkt werden – unter Rückgriff auf die militärischen Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine, dessen Beginn sich am 24. Februar zum vierten Mal jährt.

Moskau signalisierte zuletzt, einen neuen Atomwaffenvertrag mit Washington schließen zu wollen, und erklärte, die bisher festgelegten Begrenzungen für sein Arsenal weiterhin zu respektieren. Die USA drängen allerdings darauf, China wegen dessen wachsendem Atomwaffenarsenal in künftige Verhandlungen einzubeziehen.