Deutschland ist in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) um drei Plätze auf Rang 14 zurückgefallen. Die Lage wird zwar weiterhin in die Kategorie „zufriedenstellend“ eingeordnet, doch laut RSF sehen sich Medienschaffende hierzulande wachsenden Bedrohungen im Internet und auf der Straße ausgesetzt.
Bereits 2025 war die Bundesrepublik aus den besten zehn Ländern gerutscht. Als zentralen Grund für die Verschlechterung nennt die Organisation ein zunehmend aufgeheiztes Arbeitsklima.
RSF: Mehr als die Hälfte der Länder in den schlechtesten Kategorien
Aus Redaktionen sei wiederholt geschildert worden, dass polarisierte Themen wie die Berichterstattung über den Krieg in Gaza zu erschwerten Bedingungen führten. Auch bei Recherchen über rechtsextreme Milieus berichteten viele Reporter von starkem Druck, hitzigen Debatten und der Sorge, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.
„Dass Deutschland erneut Plätze verliert, ist auch Ausdruck eines aufgeheizten Klimas“, sagte Christian Mihr, Geschäftsführer für Politik und Strategie bei Reporter ohne Grenzen. Hass, Diffamierung – insbesondere im Internet – sowie ein Verlust an Glaubwürdigkeit und Vertrauen prägten die Situation für Journalisten in Deutschland.
Die deutsche Entwicklung ist Teil eines globalen Trends. Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste fällt laut RSF mehr als die Hälfte aller 180 untersuchten Länder und Territorien in die beiden schlechtesten Kategorien „schwierig“ oder „sehr ernst“. Nur noch sieben Länder werden mit „gut“ bewertet – in ihnen lebt zusammen rund ein Prozent der Weltbevölkerung.
An der Spitze steht zum zehnten Mal in Folge Norwegen, gefolgt von den Niederlanden und Estland. Die ersten 19 Plätze belegen ausschließlich europäische Länder. Am Ende der Skala stehen erneut Eritrea, Nordkorea und China. Neu unter den letzten zehn ist Saudi-Arabien, das um 14 Plätze auf Rang 176 abgerutscht ist.
Syrien steigt in Pressefreiheits-Ranking auf
Den stärksten Aufstieg verzeichnete Syrien, das nach dem Sturz des Assad-Regimes von Rang 177 auf 141 vorrückte. In Syrien wird derzeit eine mutmaßlich verschleppte deutsche Journalistin vermisst. Die USA fielen unter Präsident Donald Trump um sieben Plätze auf Rang 64.


