Gesundheit

Pollenallergie: Diese Nahrungsmittel sollten Allergiker meiden

Welche Lebensmittel Heuschnupfen verschlimmern. Und welche helfen können.

Starke Niesattacken und ein juckender Rachen deuten auf eine Allergie hin.
Starke Niesattacken und ein juckender Rachen deuten auf eine Allergie hin.Christin Klose

Wer unter Heuschnupfen leidet, denkt meist an Blütenstaub als Auslöser – doch auch bestimmte Lebensmittel können allergische Reaktionen verstärken oder sogar selbst auslösen. Zwei Mechanismen spielen dabei eine Rolle: ein erhöhter Histaminspiegel durch die Ernährung und sogenannte Kreuzallergien.

Bei einer Pollenallergie stuft das Immunsystem die Eiweiße im Blütenstaub fälschlicherweise als Bedrohung ein. Der Körper bildet daraufhin den Abwehrstoff Immunglobulin E. Treffen diese Antikörper auf das Allergen, setzen sie Botenstoffe wie Histamin frei – die Folge sind typische Beschwerden wie eine laufende Nase oder tränende Augen.

Genau hier setzt die Ernährung an: Wer ohnehin unter einer Pollenallergie leidet, kann den Histamingehalt im Körper durch bestimmte Nahrungsmittel unbeabsichtigt weiter in die Höhe treiben. Laut einer in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichten Studie gehören zu den besonders histaminreichen Lebensmitteln unter anderem geräuchertes, gepökeltes oder getrocknetes Fleisch, Rohwürste wie Salami und Mettwurst, Fischsorten wie Hering, Thunfisch und Makrele sowie Schalentiere. Auch Bier, Wein, Tomaten, Zitrusfrüchte, überreifes Obst, Bananen und Schokolade enthalten vergleichsweise viel Histamin.

Kreuzallergien: Wenn Obst und Gemüse wie Pollen wirken

Neben dem Histamingehalt stellen Kreuzallergien ein weiteres Problem dar. Die Proteinstruktur bestimmter Lebensmittel ähnelt den allergieauslösenden Polleneiweiß so stark, dass das Immunsystem bei Kontakt ebenfalls Alarm schlägt. Wer etwa auf Birkenpollen reagiert, kann auch beim Verzehr von Äpfeln, Kirschen, Pflaumen, Nüssen oder Soja Symptome entwickeln. Gräserpollenallergiker sollten bei Getreide, Hülsenfrüchten wie Erdnüssen und Soja sowie bei Tomaten aufmerksam sein. Bei einer Kräuterpollenallergie können Karotten, Sellerie, Paprika, Gurken, Knoblauch, Kamille und Artischocken problematisch werden.

Grünes Gemüse und Petersilie können Symptome lindern

Bestimmte Nahrungsmittel können die Beschwerden allerdings auch abschwächen. Wie eine in der Fachzeitschrift Biomedicine & Pharmacotherapy veröffentlichte Studie zeigt, kann vor allem grünes Blattgemüse Linderung verschaffen. Es enthält Carotinoide und Antioxidantien, die Zellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress schützen – beides entsteht bei den entzündlichen Prozessen einer allergischen Reaktion. Antioxidantien können demnach das Risiko allergischer Reaktionen insgesamt senken. Auch Brokkoli gilt als hilfreich, da er reich an entzündungshemmendem Vitamin C und antioxidativen Senfölglykosiden ist.

Weitere Untersuchungen legen nahe, dass Petersilie die Histaminausschüttung im Körper verringern kann. Die Pflanze wird unter anderem als natürliches Immunsuppressivum eingesetzt – sie dämpft also gezielt die überschießende Aktivität des Abwehrsystems, die bei Allergikern für die Beschwerden verantwortlich ist, wie auch das Chinese Journal of Integrative Medicine berichtet.