Mecklenburg-Vorpommern

Neue Chance auf Rettung für den Ostsee-Wal: Timmy soll lebend transportiert werden

Eine private Initiative soll den gestrandeten Wal bei Wismar mit Luftkissen retten. Der Zustand des Tieres ist schlecht, der neue Versuch soll zügig starten.

Bereits seit Ende März liegt Buckelwal Timmy in der Bucht vor Wismar. Sein Zustand verschlechtert sich seitdem.
Bereits seit Ende März liegt Buckelwal Timmy in der Bucht vor Wismar. Sein Zustand verschlechtert sich seitdem.Marcus Golejewski/dpa

Die Saga um den in der Ostsee feststeckenden Buckelwal hat eine neue Wendung genommen. Das Tier, das von verschiedenen Medien Timmy genannt wird, soll nun nach Plänen einer privaten Initiative lebend geborgen und transportiert werden. Nächste Schritte sollen zügig folgen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die neuen Maßnahmen am Mittwoch während einer Pressekonferenz verkündet. Es liege aber nicht mehr in der Hand der Behörden, ob der Versuch gelingt, denn ein privat beauftragtes Unternehmen wird die Rettungsaktion durchführen.

Schonender Transport mithilfe von Luftkissen

Ein neues Konzept soll es möglich machen, Wal Timmy unbeschadet zu transportieren. Zunächst soll er im vorderen Teil freigespült werden. Dann werden Luftkissen eingesetzt, um ihn aus dem Wasser zu heben. Auf einer Plane soll er dann zwischen zwei Pontons zunächst bis in die Nordsee transportiert werden. Von dort hätte er eine Chance, zurück in den Atlantik zu gelangen.

Die Bemühungen will Backhaus nach Prüfung des Konzeptes ausdrücklich dulden und zeigt sich erfreut über die neue Möglichkeit einer Rettung für den Wal. Die Methode sei „schonend“ und „minimal invasiv“ und könnte dem Tier helfen. Eine Bergung eines lebenden Wals habe es in Mecklenburg-Vorpommern noch nie gegeben.

Soll Timmy doch noch geholfen werden, ist allerdings Eile erforderlich: Backhaus bezeichnete den Wal als „schwer krank“. Die neuen Rettungsmaßnahmen sollen noch am Mittwoch eingeleitet werden. Der Wal steckt weiterhin im flachen Wasser bei der Insel Poel nahe Wismar fest, wo er seit dem 31. März liegt.