Die Ausfuhren der Europäischen Union in die Vereinigten Staaten sind im Februar um 26,4 Prozent eingebrochen. Das geht aus den am heutigen Freitag veröffentlichten Außenhandelsdaten des Statistikamts Eurostat hervor, über die auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Es ist der zweite Monatsrückgang von mehr als einem Viertel in Folge, nachdem die Lieferungen im Januar um 27,8 Prozent gesunken waren.
Überschuss schrumpft um 60 Prozent
Der Handelsüberschuss der EU mit dem Rest der Welt verringerte sich laut Eurostat im Februar auf 9,1 Milliarden Euro, nach 22,9 Milliarden Euro im Vorjahresmonat. Die EU-Ausfuhren in die USA lagen laut Eurostat bei 38,3 Milliarden Euro, die Importe von dort gingen um 3,2 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro zurück.
Der Rückgang steht in einem größeren handelspolitischen Zusammenhang. Reuters zufolge belasten die US-Zölle seit März 2025 den Handel der EU mit den Vereinigten Staaten, auch wenn Vorzieheffekte aus dem Vorjahr und der stärkere Euro die Februarzahlen mit beeinflusst haben. Im Januar und Februar 2025 waren die Exporte in die USA um 16,0 beziehungsweise 22,4 Prozent gestiegen.
Zugleich ist nach Angaben der WTO der Wert der weltweit von neuen Zöllen und anderen Importmaßnahmen betroffenen Güterimporte im jüngsten Berichtszeitraum auf 2640 Milliarden US-Dollar gestiegen und lag damit mehr als viermal so hoch wie im Vorjahreszeitraum.
Ökonom erwartet stärkere Effekte
Als verlässlicheren Maßstab nennt Reuters das vierte Quartal 2025: Hier seien die EU-Ausfuhren in die USA um 15 Prozent gefallen, Eisen- und Stahlexporte um knapp 40 Prozent, Chemielieferungen um 60 bis 80 Prozent. Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer sagte Reuters, der Schaden werde voraussichtlich zunehmen. Frühere Zollerhöhungen hätten gezeigt, dass Handelsströme zwei bis drei Jahre für die volle Anpassung benötigten. Neue US-Zölle auf patentierte Pharmaprodukte dürften zusätzlich belasten. Die Commerzbank rechnet laut Reuters mit einem Dämpfer von 0,3 Prozent auf das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone allein im Jahr 2026.
Einzelne Branchen entwickelten sich gegen den Trend. Aluminium- und Kupferausfuhren in die USA legten Reuters zufolge im vierten Quartal um 9 beziehungsweise 15 Prozent zu, trotz US-Zöllen von 50 Prozent. Schiffe und Boote legten im vierten Quartal stark zu.
Am 20. Februar habe das Oberste Gericht der USA Trumps weitreichende Zölle gekippt, so Reuters. Wenige Tage später habe Washington jedoch eine neue befristete globale Importabgabe verhängt.


