Die Neuköllner Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) hat sich erneut zu der mutmaßlichen Vergewaltigung eines Mädchens in einem Jugendzentrum in der Wutzkyallee geäußert. Vor einigen Wochen soll ein Mädchen in dem Jugendclub vergewaltigt worden sein.
Später soll es zu weiterer sexualisierter Gewalt sowie zu einer „Erpressung mit Videos“ gegen die Jugendliche gekommen sein. Das Verhalten der Behörden in dem Fall wird scharf kritisiert.
Mutmaßliche Vergewaltigung: Unabhängige Stelle soll Fall aufarbeiten
„Seit Bekanntwerden der Vorwürfe wurden zahlreiche Unterlagen gesichtet und Gespräche mit Mitarbeitenden des Jugendamtes geführt. Die Aufklärung der gesamten Vorgänge wird mit Einbindung externer Stellen weitergehen“, so Nagel. Zur Aufarbeitung strebe sie eine Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Akteur mit Fachexpertise an.
Weiter stellte die Jugendstadträtin klar: „Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen“. Die Mitarbeitenden der Einrichtung sowie die zuständigen Mitarbeitenden im Jugendamt hätten mehrfach über die Vorfälle in der Einrichtung und den richtigen Umgang damit gesprochen.
Dabei sei auch die Kinderschutzkoordination des Bezirksamtes sowie Einrichtungen zur Beratung im Umgang mit sexueller Gewalt einbezogen. Das Opfer sei durch einen qualifizierten Träger der Mädchenarbeit betreut worden.
Nagel: Deswegen stellte das Jugendamt keine Strafanzeige
Das Jugendamt habe zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt. Dies entspreche einer üblichen Vorgehensweise im Umgang mit Kindeswohlgefährdung bei Jugendlichen, sofern keine akute Gefahr besteht. „Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird“. Vergangene Woche hatte Nagel angegeben, selbst erst am 2. März selbst von den Vorfällen erfahren zu haben.


