Das Bundesverteidigungsministerium hat für bestimmte Fahrzeugtypen Zufahrtsverbote zu speziellen Sicherheitsbereichen erlassen. Wie ein Sprecher des Ministeriums t-online mitteilte, sehen die Sicherheitsfachleute in modernen Fahrzeugsensoren eine ernsthafte Bedrohung für die militärische Geheimhaltung.
„Grundsätzlich stellen aus Sicht der militärischen Sicherheit alle Sensoren eines Fahrzeugs, die für eine Ausspähung geeignet sind, eine Bedrohung dar“, erklärte der Sprecher. Besonders im Fokus stehen dabei Kamera- und Radarsysteme, Mikrofone sowie fernsteuerbare Datenübertragungssysteme. Welche konkreten Hersteller und Modelle von den Verboten betroffen sind, wollte das Ministerium nicht mitteilen.
Für die private Nutzung von Fahrzeugen gelten für Militärangehörige derzeit keine pauschalen Einschränkungen. Die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen vor Ort obliegt den jeweils zuständigen Stellen, die im Einzelfall entscheiden, welche Fahrzeuge ein zu hohes Risiko darstellen.
Polen geht noch weiter
Das Nachbarland Polen hat bereits konkretere Maßnahmen ergriffen: Dort dürfen Fahrzeuge chinesischer Hersteller militärisches Gelände nicht mehr befahren. Die polnischen Behörden befürchten, dass die umfangreichen Daten, die moderne Autos sammeln, für Spionage, Cyberangriffe oder militärische Zwecke missbraucht werden könnten. Medienberichten zufolge könnten die Beschränkungen in Polen auch für Fahrzeuge des US-Herstellers Tesla gelten.
Die technische Ausstattung selbst ist dabei nicht das eigentliche Problem – ähnliche Systeme sind auch in westlichen Fahrzeugen verbaut. Entscheidend ist vielmehr, wohin die gesammelten Informationen übermittelt werden. Während europäische Autohersteller strengen Datenschutzvorschriften unterliegen, sind chinesische Unternehmen gesetzlich zur Kooperation mit den Sicherheitsbehörden in Peking verpflichtet. Fachleute gehen davon aus, dass ein Zugriff auf Fahrprofile oder Kameradaten durch chinesische Behörden jederzeit möglich wäre.


