Die britische Regierung hat am Montag ein sogenanntes Immigration White Paper mit möglichen Auswirkungen auch für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger vorgestellt. Premierminister Keir Starmer erklärte bei einer Pressekonferenz, Ziel sei es, „die Kontrolle über unsere Grenzen zurückzugewinnen“.
Ohne Einwanderungskontrollen laufe Großbritannien Gefahr, „eine Insel der Fremden zu werden, statt eine Nation, die gemeinsam voranschreitet“, sagte Starmer. Zudem wolle seine Regierung deutlich machen, dass das Leben in Großbritannien „ein Privileg“ sei, das man sich verdienen müsse.
Laut den neuen Regeln soll das zur Bekämpfung des Pflegenotstands eingeführte „Care Worker Visa“ für Pflegeberufe in dieser Form abgeschafft werden. Für das zentrale Arbeitsvisum („Skilled Worker Visa“) soll grundsätzlich wieder ein Hochschulabschluss verlangt werden. Für Berufe, die diese Qualifikation nicht vorsehen, soll die Aufenthaltserlaubnis zeitlich stark begrenzt werden. Die Arbeitgeber sollen stärker auf die Qualifikation von britischen Arbeitskräften setzen.
Die Frist, um die britische Staatsbürgerschaft beantragen zu können, soll zudem im Grundsatz von fünf auf zehn Jahre steigen – eine Änderung, die alle Einwanderer, einschließlich EU-Bürger betrifft. Für diejenigen, die einen „dauerhaften Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft nachweisen“ können, soll es laut Regierung schneller gehen – etwa für Krankenschwestern, Ärzte, Ingenieure und KI-Führungskräfte. Außerdem sollen höhere Anforderungen an die Kenntnisse der englischen Sprache gelten.
Gipfel mit der EU am 19. Mai
Hintergrund der Reform ist insbesondere der Regierungswechsel im vergangenen Jahr. Starmer werde das „Ende von Großbritanniens gescheitertem Experiment mit offenen Grenzen verkünden“, teilte die Regierung im Vorfeld der Pressekonferenz mit. Die Zuwanderung in Großbritannien war nach dem Brexit 2020 entgegen den Ankündigungen der damaligen Regierungen massiv gestiegen. 2024 lag die Nettozuwanderung bei 728.000, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete.
