Rente

Stärkung der privaten Altersvorsorge: Junge Menschen sollen selbst vorsorgen

Der Kanzler wirbt für 50 Euro monatliches Sparen als Weg zur gesicherten Rente. Regierung drängt auf den Ausbau kapitalgedeckter Systeme. Kann das funktionieren?

Friedrich Merz (CDU) sieht die Bevölkerung zur privaten Vorsorge in der Pflicht.
Friedrich Merz (CDU) sieht die Bevölkerung zur privaten Vorsorge in der Pflicht.Silas Stein / dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Wahlkampfabschluss der baden-württembergischen CDU in Ravensburg vor allem junge Menschen aufgefordert, frühzeitig privat für das Alter vorzusorgen. „Man muss nur mit kleinen Beträgen früh genug anfangen und darf es nie unterbrechen“, sagte Merz.

Wer mit 50 Euro im Monat beginne, habe beim Renteneintritt eine sechsstellige Altersversorgung. Im Koalitionsvertrag mit der SPD sei vereinbart, künftig neben der gesetzlichen Rente stärker auf kapitalgedeckte betriebliche und private Vorsorge zu setzen.

Experten dämpfen die Erwartungen

Ob sich privates Sparen über klassische Rentenversicherungen tatsächlich lohnt, ist allerdings fraglich. Eine Studie der Deutschen Bundesbank beziffert die reale Rendite klassischer Versicherungsprodukte zwischen 2009 und 2025 auf rund ein Prozent – Aktien erzielten im selben Zeitraum 5,6 Prozent. Anlageberater Klaus Porwoll aus Berlin spricht angesichts garantierter Kapitalauszahlungen, die teils unter der Einzahlungssumme liegen, von „Kapitalvernichtung“.

Verschärfte Vermögensregeln bei der Grundsicherung

Hinzu kommt: Der Bundestag hat das Bürgergeld abgeschafft und durch eine neue Grundsicherung ersetzt, die ab Juli gilt. Das bisherige Schonvermögen von 40.000 Euro im ersten Jahr entfällt. Unter 30-Jährige dürfen künftig nur noch 5.000 Euro behalten, ab 51 Jahren maximal 20.000 Euro. Wer also privat spart und später auf Grundsicherung angewiesen ist, muss sein Erspartes weitgehend aufbrauchen, bevor staatliche Leistungen fließen. (mit dpa)