IT-Problem

Nach Update unbrauchbar? Galaxy-Nutzer berichten von schweren Schäden und Datenverlust

Defekte Smartphones nach Februar-Update. Bootschleifen und Datenverlust drohen. Doch diesmal könnte mehr als nur Software betroffen sein.

Das S22-Modell des Galaxy-Smartpho nes von Samsung
Das S22-Modell des Galaxy-Smartpho nes von SamsungxPixieMex via imago-images.de

Besitzer eines Samsung Galaxy S22 stehen erneut vor einem gravierenden Problem: Nach der Installation des Sicherheitsupdates vom Februar 2026 berichten zahlreiche Nutzer, dass ihre Smartphones nicht mehr ordnungsgemäß starten. Die Geräte verharren in einer sogenannten Bootschleife – einem Zustand, in dem das Telefon immer wieder nur das Samsung-Logo anzeigt, ohne je den Startbildschirm zu erreichen.

In manchen Fällen gelingt zwar noch die PIN-Eingabe auf dem Sperrbildschirm, danach friert das Gerät jedoch vollständig ein. Betroffen sind laut übereinstimmenden Berichten von Technikportalen wie Android Police und PiunikaWeb alle Modelle der Reihe – Galaxy S22, Galaxy S22+ und Galaxy S22 Ultra.

Szenario widerholt sich

Für die Betroffenen ist die Situation besonders ärgerlich, weil sich das Szenario nahezu identisch wiederholt: Bereits Ende 2024 hatte das Update auf die Samsung-Oberfläche One UI 6.1.1 bei denselben Geräten zu massenhaften Bootschleifen geführt. Samsung stoppte damals zwar die Verteilung des Updates, doch für viele Geräte kam das zu spät. In den USA mündete der Vorfall in einer Sammelklage gegen den Konzern, wie Android Headlines berichtet.

Darin wird Samsung vorgeworfen, die fehlerhafte Aktualisierung trotz bekannter Risiken verteilt und zugesagte erweiterte Garantien für beschädigte Geräte nicht eingehalten zu haben. Das Verfahren soll alle US-Verbraucher einschließen, die in den vergangenen vier Jahren ein Galaxy S22 gekauft haben und deren Geräte nach dem damaligen Update unbrauchbar wurden – teils verbunden mit irreparablen Datenverlusten.

Verdacht auf Hardware-Schäden durch Überhitzung

Hinter den Problemen wird mehr als ein gewöhnlicher Softwarefehler vermutet. Laut PiunikaWeb gibt es Hinweise darauf, dass der nach dem Update automatisch ablaufende Prozess der App-Optimierung die CPU extrem stark belastet. Die dabei entstehende Hitze könnte Lötstellen unter dem Prozessor beschädigen – ein potenzieller Hardwareschaden, der sich nicht durch ein einfaches Zurücksetzen beheben lässt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Samsung bei der S22-Reihe keine sogenannten A/B-Updates unterstützt. Bei diesem Verfahren wird eine funktionierende Kopie des Betriebssystems als Sicherheitsnetz vorgehalten, auf die im Fehlerfall automatisch zurückgewechselt werden kann. Ohne diesen Mechanismus gibt es für betroffene Geräte keinen einfachen Rückweg zur vorherigen Softwareversion.

Da das Galaxy S22 im Jahr 2022 auf den Markt kam, sind viele Geräte inzwischen aus der Herstellergarantie. Wie die Verbraucherzentrale erläutert, haben Käufer bei Smartphones als Waren mit digitalen Elementen zwar grundsätzlich Gewährleistungsrechte, wenn Aktualisierungen Fehler verursachen oder das Gerät unbrauchbar machen. Ob und wie sich diese Rechte im Einzelfall durchsetzen lassen, bleibt jedoch offen. Die US-Sammelklage hat für deutsche Nutzer keine unmittelbare Wirkung, verdeutlicht aber das Ausmaß des Problems.

Notfalltipps und Warnung vor der Installation

Nutzer, die noch Zugriff auf ihr Gerät haben, können laut Forenberichten folgende Maßnahmen versuchen: einen erzwungenen Neustart durch gleichzeitiges Drücken der Leiser-Taste und des Power-Buttons, das Löschen der Cache-Partition im Recovery-Modus oder das manuelle Aufspielen der Firmware über die PC-Software Odin – wobei letzteres mit dem Risiko eines vollständigen Datenverlusts verbunden ist.

Wer das Februar-Update noch nicht installiert hat, sollte die automatische Aktualisierung vorerst deaktivieren und wichtige Daten extern sichern. Eine offizielle Stellungnahme von Samsung zu den erneuten Problemen steht bislang aus.