Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos scharfe Kritik an der Handelspolitik der USA geübt. Er warnte vor einem „gnadenlosen Wettbewerb“, der darauf abziele, „Europa zu schwächen und unterzuordnen“.
Die „endlose Anhäufung neuer Zölle“ sei „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“, sagte Macron mit Blick auf den eskalierenden Konflikt um Grönland.
Kommen US-Strafzölle am 1. Februar
US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf der dänischen Arktisinsel an die USA brechen.
Macron forderte die EU auf, das sogenannte Instrument zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen einzusetzen: „Lasst uns keine Weltordnung akzeptieren, in der diejenigen mit der lauteren Stimme und dem dickeren Stock sich durchsetzen.“
Nachrichten zwischen Macron und Trump veröffentlicht
Trump teilte auf der Plattform Truth Social Bilder von privaten Textnachrichten zwischen ihm und Macron. Der Élysée-Palast bestätigte deren Echtheit. Darin schlug Macron ein G7-Treffen am Donnerstag in Paris vor, zu dem auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands hinzustoßen sollten. Zudem lud er Trump zu einem Abendessen in Paris ein.
In den Nachrichten schrieb Macron, er verstehe nicht, was Trump mit Blick auf Grönland im Schilde führe. Gleichzeitig betonte er gemeinsame Ziele: Frankreich und die USA seien „völlig im Einklang“ bezüglich Syrien und könnten „großartige Dinge“ im Iran erreichen.
Ob Trump auf den Vorschlag eingehen wird, blieb zunächst offen. Der Kreml teilte mit, bislang keine Einladung erhalten zu haben. Russland war nach der Annexion der Krim 2014 aus der damaligen G8 ausgeschlossen worden. Deutschland und andere G7-Staaten reagierten zunächst nicht öffentlich auf den Vorstoß.

