Die Lufthansa-Gruppe hat den Flugbetrieb ihrer Regionalflugtochter Lufthansa Cityline mit sofortiger Wirkung eingestellt. Nahezu alle Beschäftigten in Cockpit und Kabine werden freigestellt. Das geht aus einem internen Schreiben hervor. Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte die Maßnahme, wie das Handelsblatt berichtet.
„Wir mussten nach umfänglicher Prüfung den Beschluss fassen, den Cityline-Flugbetrieb vorerst bis auf Weiteres temporär stillzulegen", heißt es in dem Dokument. Konkret bedeutet das: Bis auf Weiteres finden keine Flüge der Cityline mehr statt. Die Freistellung der Mitarbeiter erfolgt widerruflich, nur wenige Ausnahmen sind vorgesehen.
Anhaltende Streiks und Kerosinpreise als Auslöser
Die „aktuelle Krise“ zwinge das Unternehmen, die schon länger geplante „Maßnahme nun früher umzusetzen“, erklärte der Finanzvorstand des Lufthansa-Konzerns, Till Streichert, wie AFP berichtet. Das Unternehmen verwies auf die deutlich gestiegenen Kerosinpreise und Arbeitskämpfe. Die Regionalflugtochter übernimmt normalerweise Zubringerflüge zu den großen Drehkreuzen des Konzerns, insbesondere nach Frankfurt und München.
Mit der Stilllegung greift das Management der Lufthansa-Gruppe zu einem der schärfsten Mittel, die einem Arbeitgeber im laufenden Tarifkonflikt zur Verfügung stehen. Die Freistellung sämtlicher Flugbesatzungen dürfte den Druck auf die Arbeitnehmerseite erhöhen, gleichzeitig aber auch erhebliche Auswirkungen auf den Flugplan und die Passagiere haben, die auf die Zubringerverbindungen der Cityline angewiesen sind.
Wie lange die Maßnahme andauern wird, ist derzeit offen. Das Unternehmen spricht von einer „temporären" Stilllegung – ein klares Signal, dass die Lufthansa-Gruppe auf eine Lösung des Tarifkonflikts drängt, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird.


