Die Lufthansa steht vor einer beispiellosen Streikwoche: Unmittelbar nach dem zweitägigen Pilotenstreik am Montag und Dienstag will auch das Kabinenpersonal ab Mittwoch für 48 Stunden die Arbeit niederlegen. Das teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Montag mit. Betroffen sind alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt und München.
Der Ausstand der Flugbegleiter soll am Mittwoch um 00.01 Uhr beginnen und am Donnerstag kurz vor Mitternacht enden. Damit schließt sich der Kabinenstreik nahtlos an den laufenden Pilotenstreik an, der bereits am Montag begonnen hat. Bereits am vergangenen Freitag hatte das Kabinenpersonal einen eintägigen Warnstreik durchgeführt – im Kern geht es um bessere Arbeitsbedingungen.
Massive Einschränkungen für Passagiere
UFO-Tarifexperte Harry Jaeger machte die Unternehmensseite für die Eskalation verantwortlich. „Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein", sagte Jaeger. Aus Sicht der Gewerkschaft klafft eine deutliche Lücke zwischen der öffentlich bekundeten Gesprächsbereitschaft der Lufthansa und ihrem tatsächlichen Verhalten am Verhandlungstisch.
Für Passagiere bedeutet die Abfolge von Piloten- und Kabinenstreik massive Einschränkungen: Von Montag bis einschließlich Donnerstag dürften an den beiden größten deutschen Lufthansa-Standorten zahlreiche Flüge ausfallen. Die Piloten befinden sich in einem separaten Tarifstreit mit dem Unternehmen, während die Flugbegleiter eigenständig über ihre Arbeitsbedingungen verhandeln. Dass beide Berufsgruppen in derselben Woche streiken, erhöht den Druck auf Deutschlands größte Fluggesellschaft erheblich.


