Repression

Iran nimmt preisgekrönte Reporterin Elaheh Mohammadi wieder fest

Elaheh Mohammadi, die 2022 als eine der ersten über den Tod von Jina Mahsa Amini berichtete, ist erneut festgenommen worden. Erst vor einem Jahr war sie nach 17 Monaten Haft begnadigt worden.

Die iranischen Journalistinnen Elaheh Mohammadi (l.) und Nilufar Hamedi  nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis vor zwei Jahren.
Die iranischen Journalistinnen Elaheh Mohammadi (l.) und Nilufar Hamedi nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis vor zwei Jahren.Sahand Taki/AP

Die iranische Reporterin Elaheh Mohammadi ist am Mittwoch kurzzeitig festgenommen worden, wie die Menschenrechtsorganisation Hengaw und eine informierte Quelle in Teheran laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa mitteilten.

Der genaue Grund für die Festnahme der Journalistin blieb zunächst unklar. Eine offizielle Bestätigung der iranischen Justiz lag nicht vor.

Berichte über Gewalt gegen Demonstranten

Mohammadi hatte sich während der landesweiten Massenproteste kritisch über das repressive Vorgehen der Sicherheitskräfte geäußert und über getötete Demonstranten und Inhaftierte berichtet, auch in den Sozialen Medien.

Die Zeitung Hammihan, für die Mohammadi tätig war, musste wegen kritischer Berichterstattung vor wenigen Wochen den Betrieb einstellen.

Die 1978 geborene Journalistin war 2022 international bekannt geworden, als sie in die kurdische Heimatstadt von Jina Mahsa Amini reiste, um über deren Beerdigung zu berichten. 2023 wurde sie mit dem Unesco-Weltpreis für Pressefreiheit ausgezeichnet.

Die 22-Jährige war gestorben, nachdem sie von der iranischen Sittenpolizei wegen angeblich nicht vorschriftsmäßiger Kopfbedeckung festgenommen und misshandelt worden war. Mohammadis Berichterstattung trug dazu bei, eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Islamischen Republik auszulösen.

Am 29. September 2022 wurde Mohammadi verhaftet. Das Teheraner Revolutionsgericht klagte sie laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unter anderem wegen „Versammlung und Absprache gegen die nationale Sicherheit“ sowie „Kooperation mit dem Feindstaat USA“ an – Vorwürfe, die sie bestritt.

Journalistin saß 17 Monate im Gefängnis

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nilufar Hamedi von der Zeitung „Shargh“ wurde sie verurteilt und schließlich im Februar 2025 begnadigt. Berichten zufolge verbrachte sie damals insgesamt rund 17 Monate in Haft. Im Januar 2024 wurden beide Frauen gegen Kaution freigelassen, blieben aber angeklagt.

Laut der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ belegt der Iran einen der letzten Plätze auf der Rangliste der Pressefreiheit.