Konjunkturflaute

Konjunkturflaute: Acht Bundesländer im Minus – Saarland besonders hart getroffen

Deutsche Wirtschaft schwächelt regional unterschiedlich. Acht Bundesländer verzeichnen Rückgänge im dritten Quartal. Doch ein Bundesland trifft es besonders hart.

Sah auch schon mal besser aus: Bayerischer Bahnhof in Leipzig
Sah auch schon mal besser aus: Bayerischer Bahnhof in LeipzigZoonar.com/SandraAlkado/imago

Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich regional höchst unterschiedlich. Während Hamburg wächst, verzeichnet das Saarland den stärksten Rückgang. Das Ifo-Institut sieht die Industriekrise und US-Importzölle als Hauptursachen.

In der Hälfte der deutschen Bundesländer ist die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2025 gesunken. Das geht aus neuen Berechnungen des Ifo-Instituts hervor, die am 7. Januar 2026 veröffentlicht wurden.

Den größten Einbruch verzeichnete demnach das Saarland mit einem Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein folgten mit jeweils minus 0,4 Prozent.

Vor allem Industrie in der Krise

„Die Industrie befindet sich weiterhin in einer Krise und der Strukturwandel belastet manche Bundesländer stärker als andere“, erklärte Ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. Allerdings gebe es auch positive Entwicklungen: In einigen Regionen könnten Zuwächse bei Dienstleistern die Schwäche der Industrie ausgleichen.

Hamburg verzeichnete mit plus 0,6 Prozent das stärkste Wachstum, gefolgt von Bayern mit plus 0,5 Prozent. Auch Niedersachsen (plus 0,2 Prozent) und Sachsen (plus 0,1 Prozent) legten zu. Dennoch dürfte die Wirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg für das Gesamtjahr 2025 schrumpfen.

US-Zölle belasten exportstarke Bundesländer im Süden

Für die schwache Jahresbilanz im Süden macht Lehmann vor allem die von der US-Regierung verhängten Importzölle verantwortlich. „Diese belasten die ohnehin angeschlagene Industrie zusätzlich“, sagte der Ökonom. Die exportorientierten Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg seien davon besonders betroffen.

In Berlin sank die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent, während Mecklenburg-Vorpommern (plus 0,1 Prozent) und Bremen (plus 0,2 Prozent) nur schwach zulegten. Dennoch befanden sich diese drei Länder im Gesamtjahr 2025 auf Wachstumskurs.

Die konjunkturelle Entwicklung verläuft laut Ifo-Institut regional sehr unterschiedlich. Dies hänge vornehmlich von der jeweiligen Wirtschaftsstruktur und der wirtschaftlichen Verflechtung mit dem Ausland ab.

Auf Bundesebene stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2025 bei null Prozent, wie das Statistische Bundesamt Ende Oktober mitteilte. Die Ifo-Berechnungen auf Länderebene basieren auf einem speziellen Modell, das vierteljährliche Schätzungen aus amtlichen Jahresdaten und aktuellen Indikatoren ableitet.