Berlin-Die Staatlichen Museen in Berlin haben menschliche Überreste an Vertreter aus dem US-Bundesstaat Hawaii zurückgegeben. Auch Grabbeigaben seien vor einigen Tagen an die Organisation Hui Iwi Kuamo'o zurückgegeben worden, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Dienstag mit. „Ich bin froh, dass diese iwi kūpuna nun an ihren Herkunftsort zurückkehren und dort bestattet werden können“, erklärte Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Die Berliner Stiftung verantwortet unter anderem die Museumsinsel.
Die Schädelknochen aus Hawaii seien seit 2011 in der Obhut des Museums für Vor- und Frühgeschichte gewesen, hieß es in der Mitteilung. Die Grabbeigaben, die ebenfalls zurückgegeben wurden, seien rund 135 Jahre Teil der Sammlung des Ethnologischen Museums gewesen. Dazu gehören ein Speer und zwei Gefäße.
Ursprünglicher Besitzer führte auf Hawaii Menschenversuche durch
Die Grabbeigaben stammen aus der Sammlung von Eduard Arning, einem deutschen Dermatologen, der von 1883 bis 1886 in Hawaii Menschenversuche an dortigen Einwohnern durchführte. In dieser Zeit soll Arning auch die Grabbeigaben aus Grabhöhlen entnommen haben. „Arning berichtet in seinen Aufzeichnungen, dass er die Höhlen heimlich betrat und ausdrücklich vermied, von Hawaiianern gesehen zu werden, die sein Vorgehen sicherlich missbilligt hätten“, heißt es in der Mitteilung.



