Die beiden großen Kirchen in Deutschland verzeichnen erneut einen drastischen Mitgliederrückgang. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz mitteilen, ist die Zahl der Kirchenmitglieder im Jahr 2025 um rund 1,2 Millionen gesunken. Damit gehören noch etwa 36,6 Millionen Menschen einer der beiden großen christlichen Konfessionen an.
Die Verluste gehen sowohl auf Kirchenaustritte als auch auf die demografische Entwicklung zurück – also auf Todesfälle, die durch Taufen und Eintritte nicht mehr ausgeglichen werden können. Der Trend setzt sich damit fort: Seit Jahren schrumpfen beide Kirchen kontinuierlich.
Sparzwang trifft soziale Infrastruktur
Die sinkenden Mitgliederzahlen haben unmittelbare finanzielle Konsequenzen. Da sich die Einnahmen der Kirchen maßgeblich aus der Kirchensteuer speisen, die an die Mitgliedschaft gekoppelt ist, müssen beide Institutionen zunehmend sparen. Das betrifft nicht nur innerkirchliche Strukturen wie Gemeinden und Pfarrstellen, sondern auch die zahlreichen sozialen Einrichtungen, die von den Kirchen getragen werden.
Krankenhäuser, Kindergärten, Pflegeheime und Beratungsstellen gehören zu den Bereichen, in denen kirchliche Träger eine zentrale Rolle in der deutschen Soziallandschaft spielen. Wie diese Angebote angesichts schrumpfender Budgets langfristig aufrechterhalten werden können, ist eine offene Frage, die weit über die Kirchen hinaus gesellschaftliche Relevanz hat. Denn viele dieser Einrichtungen sind fester Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge – insbesondere in ländlichen Regionen, wo alternative Träger oft fehlen.


