Kirche

Potsdam: Kapelle im Garnisonkirchturm wird eingeweiht – mit Protest

Die Kapelle im Garnisonskirchturm in Potsdam wird heute feierlich eingeweiht. Ihre Eröffnung ist umstritten – Kritiker sehen in ihr ein Symbol für rechtsnationale Bewegungen.

Der wiederaufgebaute Turm der Garnisonkirche in der Breiten Straße in Potsdam.
Der wiederaufgebaute Turm der Garnisonkirche in der Breiten Straße in Potsdam.Jens Kalaene/dpa

Die evangelische Kirche weiht heute die Kapelle im Turm der umstrittenen Garnisonkirche in Potsdam ein. Um 18 Uhr soll der Landesbischof Christian Stäblein den ersten Gottesdienst abhalten und den Raum im Erdgeschoss in den Dienst nehmen. Erstmals soll auch die neue Orgel erklingen. Gegen den Wiederaufbau der ehemaligen Militärkirche wollen Kritiker am Nachmittag demonstrieren.

Der ganze Turm der Garnisonkirche soll im Sommer geöffnet werden mit Bildungsangeboten, Seminarräumen, einer Ausstellung zur Geschichte und einer Aussichtsplattform. Laut Kirche ist er ein Ort für Friedensarbeit und Demokratiebildung.

Wiederaufbau der Garnisonkirche ist umstritten

Das Kirchen-Projekt ist seit Jahren umstritten: Gegner des Wiederaufbaus sehen in dem historischen Bau ein Symbol des Militarismus und einen Treffpunkt rechtsnationaler Bewegungen in den 1920er und 1930er Jahren. Sie verweisen auch auf den historischen „Tag von Potsdam“ im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand reichte.

Der Gottesdienst in der Kapelle, die etwa 100 Menschen Platz bietet, wird live im Internet ab 18 Uhr übertragen.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.