Kanada bereitet ein Hilfspaket für Kuba vor, das unter massiven Treibstoffengpässen und stundenlangen Stromausfällen leidet. Die Versorgungskrise hat sich verschärft, seit die US-Regierung unter Präsident Donald Trump sämtliche Öllieferungen an den Karibikstaat unterbindet – auch jene aus dem verbündeten Venezuela.
„Wir arbeiten an einem Plan zur Unterstützung. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht bereit, weitere Einzelheiten bekannt zu geben“, sagte Kanadas Außenministerin Anita Anand am Montag in Ottawa, wie CNN und die Nachrichtenagentur AP berichten.
Washington dreht Kuba den Ölhahn zu
Die Energiekrise auf der Insel hat sich in den vergangenen Wochen drastisch zugespitzt. Venezuela, Kubas wichtigster Öllieferant, kann seit der US-Militäroperation im Januar, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, kein Öl mehr liefern. Auch Mexiko stellte seine Lieferungen unter US-Druck ein. Trump erklärte, „Kuba wird bald am Ende sein“, und drohte Ländern, die Öl an die Insel verkaufen, mit Strafzöllen.
Die Vereinten Nationen warnten bereits, dass eine humanitäre Krise drohe, sollte Kubas Energiebedarf nicht gedeckt werden. Da die Insel nur rund 40 Prozent ihres Treibstoffbedarfs selbst produziert, ist sie besonders anfällig für externe Blockaden. Kanada erklärte vergangene Woche, man beobachte die Lage und sei besorgt über das „wachsende Risiko einer humanitären Krise“.
Mexiko liefert humanitäre Hilfsgüter
Kanada wäre nicht das erste Land, das Kuba unter die Arme greift. Zwei Schiffe der mexikanischen Marine legten Anfang des Monats mit humanitärer Hilfe in Kuba an – rund 800 Tonnen Güter sowie weitere 1500 Tonnen Milchpulver und Bohnen. Mehrere Fluggesellschaften, darunter Air Canada, haben ihre Flüge auf die Insel wegen des Mangels an Flugzeugtreibstoff bereits gestrichen.
Für Kubas Wirtschaft ist Kanada ein zentraler Partner: Laut der kanadischen Regierungsbehörde Global Affairs Canada ist das Land Kubas zweitgrößter Direktinvestor, vor allem in den Bereichen Bergbau und Tourismus.
Das UN-Menschenrechtsbüro stufte die US-Militäraktion gegen Maduro als Verstoß gegen das Völkerrecht ein. Menschenrechtsexperten sehen in Trumps Außenpolitik – der Ausbeutung venezolanischen Öls und dem Druck auf Kuba – Züge eines imperialistischen Vorgehens. Verbündete Kubas wie Russland und China verurteilten die US-Maßnahmen zwar, leisteten bislang aber kaum konkrete Unterstützung.


