Energiekrise

Iran-Krieg: Japans Regierung erwägt Freigabe nationaler Ölreserven

Tokio beobachtet die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Energieversorgung. Die Regierung prüft Maßnahmen zur Stabilisierung des Ölmarkts und ruft zu diplomatischer Deeskalation auf.

Raffinerie in Japan: Das Land gehört zu den größten Energieimporteuren der Welt.
Raffinerie in Japan: Das Land gehört zu den größten Energieimporteuren der Welt.Andrew Blyth/Imago

Japans Regierung prüft die Freigabe strategischer Ölreserven. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News berichtet, hat die Premierministerin Sanae Takaichi zugleich den Iran aufgefordert, den Konflikt mit den USA und Israel auf diplomatischem Weg zu lösen. Gleichzeitig hält sich Tokio demnach mit einer offenen Unterstützung der US-israelischen Militäroperationen gegen den Iran zurück.

Regierungschefin Sanae Takaichi hatte am 2. März vor dem Haushaltsausschuss des Unterhauses erklärt, dass Japan über Ölreserven für 254 Tage verfüge. Angesichts der faktischen Schließung der Straße von Hormus – einer zentralen Transportroute für Japans Energieversorgung – sammle die Regierung derzeit Informationen. Einige für Japan bestimmte Rohöltanker warteten im Persischen Golf, die Sicherheit der Besatzungen sei gewährleistet, hieß es.

Um die Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft gering zu halten, werde die Regierung „umgehend alle nötigen Maßnahmen ergreifen“, betonte die Premierministerin laut der japanischen Tageszeitung Mainichi.

Japans Ölraffinerien drängen die Regierung

Japanische Ölraffinerien hatten die Regierung aufgefordert, die strategischen Ölreserven des Landes anzuzapfen. Das berichtet die Japan Times. Die Branche reagiert damit auf zunehmenden Druck auf die Versorgungslage und steigende Energiepreise.

Details zu den genauen Hintergründen und dem Umfang der geforderten Freigabe wurden in dem Bericht nicht näher erläutert. Japan ist als rohstoffarmes Land stark von Energieimporten abhängig und unterhält strategische Ölreserven, um Versorgungsengpässe abzufedern.

USA verlegen Patriot-Raketen nach Südkorea

Die geopolitischen Spannungen reichen über den Nahen Osten hinaus. Wie Kyodo News weiter meldet, haben die USA Patriot-Raketenbatterien zur Luftabwehr auf den Luftwaffenstützpunkt Osan in Südkorea verlegt. Es wird spekuliert, dass diese Systeme möglicherweise in den Nahen Osten entsandt werden könnten.