Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben sich selbst einen stabileren Kurs bescheinigt. Dies geht aus der Mitteilung zum Jahresbericht des Nahverkehrs-Unternehmens vom Donnerstag hervor. Im ersten Quartal 2026 lag die Zuverlässigkeit bei der U-Bahn bei 98,6 Prozent, bei der Straßenbahn bei 99 Prozent und beim Bus bei 99,4 Prozent, wie die BVG mitteilte. Dabei sind Streiks, externe Faktoren und Pünktlichkeit nicht beachtet. Die Personalsituation habe sich verbessert, die finanzielle Bilanz auch – Letztere bleibt aber negativ.
Die Zuverlässigkeit gibt an, wie viele geplante Fahrten tatsächlich stattfinden. Das Ziel der BVG liegt bei 99 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die geteilten Zahlen sind allerdings um Streiks und externe Faktoren wie zum Beispiel Straßensperrungen, Veranstaltungen, Demonstrationen und Unfälle bereinigt. Zur Pünktlichkeit gibt es keine angaben.
„Wir haben die Trendwende geschafft und stabilisieren den Betrieb Schritt für Schritt“, erklärte BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk laut Mitteilung. Es gehe nun darum, die Qualität nachhaltig auf ein neues Niveau zu heben.
Neue Fahrzeuge entlasten die U-Bahn
Im Gesamtjahr 2025 lag die Zuverlässigkeit bei der U-Bahn bereinigt um Streikeffekte im Schnitt bei knapp 94 Prozent. Hauptproblem war den Angaben zufolge die überalterte Fahrzeugflotte. Seit September werden neue Züge der Baureihe JK für die Linien U1 bis U4 ausgeliefert. Rund 130 der 140 bestellten Fahrzeuge seien inzwischen im Einsatz, teilte die BVG mit. Im Mai soll die Auslieferung von 236 Wagen der Baureihe J für die Linien U5 bis U9 beginnen, davon 170 noch in diesem Jahr.
Auch im Busverkehr habe sich die Lage entspannt. Die Zahl der Fahrer stieg laut Unternehmen 2025 um 220 auf 4880. Bei der Straßenbahn verzögert sich dagegen die Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge des sogenannten Urbanliners weiter.
Wirtschaftliche Erholung und Milliardeninvestitionen
Das Jahresergebnis verbesserte sich nach Unternehmensangaben auf minus 50,2 Millionen Euro. Für 2026 strebt die BVG eine ausgeglichene Bilanz an. Die Zahl der Fahrgastfahrten lag mit rund 1,1 Milliarden wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie, die Zahl der Abonnements bei rund 1,2 Millionen.


