Der Anteil deutscher Industrieunternehmen, die über Materialknappheit klagen, hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Das berichtet das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Im April meldeten rund 14 Prozent der Firmen entsprechende Engpässe – im Januar war es weniger als die Hälfte dieses Wertes.
Als Auslöser für den sprunghaften Anstieg nennt das Münchner Institut den Ausbruch des Iran-Kriegs. Die Lieferketten seien dadurch spürbar unter Druck geraten.
Chemische Industrie besonders betroffen
Eine zentrale Rolle spielt dem Bericht zufolge die Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Über die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt.
Besonders betroffen sind nach Angaben des ifo-Instituts Branchen, die stark auf erdölbasierte und energieintensive Vorprodukte angewiesen sind. Dazu zählt insbesondere die chemische Industrie, deren Produktion in hohem Maße von stabilen Rohstofflieferungen abhängt.

