Irans Revolutionsgarden haben nach Angaben von Sicherheitskreisen und britischen Behörden mehrere Containerschiffe in der Straße von Hormus beschossen. Mindestens drei Schiffe seien am Mittwoch unter Feuer geraten, berichtete Reuters unter Berufung auf maritime Sicherheitsquellen und das britische Überwachungszentrum United Kingdom Maritime Trade Operations.
Kurze Zeit später meldeten iranische Staatsmedien die Beschlagnahmung von zwei Schiffen. Unabhängige Bestätigungen dafür lagen zunächst nicht vor. Die beiden Schiffe hätten gegen die Vorschriften für die Meerenge verstoßen, erklärten die Revolutionsgarden.
Ein unter liberianischer Flagge fahrendes Containerschiff war zuvor durch Schüsse und Raketenbeschuss am Aufbau beschädigt. Der Kapitän meldete, dass sich ein Schnellboot der Revolutionsgarden rund 15 Seemeilen nordöstlich von Oman genähert und ohne vorherige Funkkontaktaufnahme das Feuer eröffnet habe. Die Besatzung blieb unverletzt. Auch zwei weitere Containerschiffe wurden laut den Angaben beschossen. Sie wurden nicht beschädigt, die Besatzungen blieben unverletzt.
Revolutionsgarden drohen mit weiterer Eskalation
Die Revolutionsgarden äußerten sich nach dem Vorfall über iranische Staatsmedien und erklärten, man sei bereit, auf weitere Angriffe zu reagieren und dem Gegner „schwere Schläge“ zuzufügen. Details zu den Vorfällen nannten sie dabei nicht.
Bereits in den vergangenen Tagen hatten mehrere Handelsschiffe von Beschuss in der Straße von Hormus berichtet. Hintergrund sind nach Angaben von Beobachtern zunehmende Spannungen im Zusammenhang mit der US-Blockade iranischer Häfen.
Waffenruhe verlängert – Lage bleibt angespannt
Die Angriffe folgten kurz nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend die ursprünglich auf zwei Wochen angelegte Feuerpause verlängert hatte. Sie solle so lange bestehen, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlegt und die Gespräche abgeschlossen sind, erklärte Trump auf Truth Social. Zugleich betonte Trump, dass die US-Blockade iranischer Häfen bestehen bleibe. Das US-Militär sei „in jeder anderen Hinsicht einsatzbereit und fähig“.
Pakistan hatte nach Trumps Darstellung um die Verlängerung gebeten. Die Regierung in Islamabad vermittelt zwischen Washington und Teheran und drängt auf eine neue Gesprächsrunde. Ein geplanter Besuch von US-Vizepräsident JD Vance wurde nach Angaben des Weißen Hauses kurzfristig abgesagt.
Streit um Hormus und Atomprogramm
Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt. Trump warf Teheran vor, die Meerenge offen halten zu wollen, um täglich hohe Einnahmen aus dem Ölhandel zu sichern. Zugleich bezeichnete er die US-Blockade als notwendig, um Verhandlungen zu erzwingen. Auch das iranische Atomprogramm bleibt ein Konfliktkern. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben. Der Iran bestreitet dies.
