Ein geplantes Fernsehinterview mit der Schweriner AfD-Bürgermeisterkandidatin Petra Federau ist gescheitert, nachdem sie bestimmte Themenbereiche ablehnte. Wie der Nordkurier berichtete, kam es bereits im Vorgespräch zum Bruch zwischen Federau und dem Moderator Thomas Böhm vom Regionalsender TV Schwerin.
Die Kandidatin habe Fragen zu mehreren Themen kategorisch abgelehnt: Dazu zählten Fragen zum thüringischen AfD-Politiker Björn Höcke, zum Treffen der AfD-Fraktionsvorsitzenden der ostdeutschen Bundesländer in Schwerin sowie zu ihrer beruflichen Vergangenheit. Daraufhin hatte sich das Gespräch wohl so zugespitzt, dass am Ende der Abbruch erfolgte. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld dafür.
Escort-Service vor 2016 entscheidender Streitpunkt
Federau hatte vor ihrer Tätigkeit in der Politik einen Escort-Service geleitet und junge Frauen in arabische Länder vermittelt. Dabei habe sie wohl diese auch im Ausland begleitet.
Sie war dafür 2016 auf einem AfD-Parteitag von einem aussichtsreichen Listenplatz für den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern gestrichen worden. Diese Tätigkeit und der damalige Vorgang sollten offenbar ebenfalls thematisiert werden. Die Kandidatin wertete die geplanten Fragen als persönlichen Angriff auf sich und ihre Familie und brach daraufhin das Interview ab.
Wie steht die AfD zur Prostitution?
Am 12. April wählt Schwerin einen neuen Oberbürgermeister. Insgesamt bewerben sich sechs Kandidaten um das Amt. Mit dem geplatzten Interview entgeht Federau eine Möglichkeit, sich den Wählerinnen und Wählern im öffentlich-rechtlichen Regionalfernsehen zu präsentieren.
Auch wäre es eine interessante Gelegenheit gewesen, die Positionen der AfD zum Thema Prostitution näher zu beleuchten. Laut dem Berufsverband erotischer und sexueller Dienstleistungen e.V. (BesD) plädierte Stefan Brandner (AfD), der thematisch zuständiger Abgeordnete, im Bundestagswahlkampf 2025 für eine nahezu vollständige Legalisierung von Prostitution.


