Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im Jahr 2025 weiter beruhigt. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 2,2 Prozent. Das entsprach dem Niveau vom Vorjahr.
Zum Jahresende hin flaute der Preisauftrieb sogar deutlich ab: Im Dezember lag die Teuerungsrate nur noch bei 1,8 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Versicherungen, Restaurantbesuche und Pauschalreisen. Hier lag die Teuerungsrate im Dezember bei 3,5 Prozent. Aufgrund des prognostizierten Anstieges der Löhne im nächsten Jahr wird die Dynamik wohl weiter anhalten.
Dämpfend wirkten hingegen sinkende Energiepreise: Tanken und Heizen waren im Jahresvergleich um 1,3 Prozent günstiger. Auch bei Lebensmitteln verlangsamte sich der Preisanstieg deutlich auf 0,8 Prozent. Viele Haushalte werden diese Preissenkungen aber erst im Laufe des Jahres 2026 bemerken – insbesondere wenn sie die Betriebskostenabrechnung erhalten.
Keine weitere Veränderung des Leitzinses erwartet
Ökonomen rechnen damit, dass sich die Inflationsrate 2026 in der Nähe von zwei Prozent stabilisiert. Damit wäre das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank erreicht. Entsprechend dürfte die EZB ihren Leitzins vorerst kaum verändern. Die Volkswirte der Landesbank Baden-Württemberg erwarten bis Ende 2026 keine wesentlichen Zinsschritte mehr.
Trotz der Entspannung bei den offiziellen Zahlen empfinden viele Menschen die Teuerung weiterhin als hoch. Umfragen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass die gefühlte Inflation deutlich über der gemessenen liegt. Ursache ist das dauerhaft höhere Preisniveau bei Alltagsgütern. Die Inflation verliert an Schärfe, im Alltag bleibt sie dennoch präsent.


