Harz

Harzer Schmalspurbahnen: Finanzielle Schieflage trotz Rekordumsatz

HSB steigert Umsatz auf 15,5 Millionen Euro. Doch steigende Kosten für Energie, Personal und historische Züge reißen ein tiefes Loch in die Kasse.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahnen steht im Bahnhof Eisfelder Talmühle.
Ein Zug der Harzer Schmalspurbahnen steht im Bahnhof Eisfelder Talmühle.Matthias Bein/dpa

Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) haben im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Unternehmensgeschichte erzielt – und gleichzeitig erhebliche Verluste geschrieben. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Jahresumsatz um sechs Prozent auf 15,5 Millionen Euro. Das Defizit lag laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) im Jahr 2024 bei 5,6 Millionen Euro. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 soll sich das Minus auf vier Millionen Euro belaufen haben.

Der Umsatzanstieg geht dabei nicht auf wachsende Beliebtheit bei den Fahrgästen zurück: Mehr als 1,1 Millionen Menschen nutzten die Schmalspurbahnen im vergangenen Jahr – etwas weniger als noch 2024. Der Zuwachs beim Umsatz erklärt sich laut dpa vielmehr dadurch, dass die HSB im vergangenen Jahr zweimal die Ticketpreise angehoben haben.

Steigende Kosten fressen Einnahmen auf

Trotz des bereits im Vorjahr gemeldeten Umsatzrekords wirtschaftet das Unternehmen tief in den roten Zahlen. Haupttreiber der Verluste sind nach Unternehmensangaben stark gestiegene Kosten für Energie und Personal sowie der aufwendige Unterhalt der historischen Fahrzeugflotte. Die dampfbetriebenen Züge, die unter anderem auf den Brocken fahren, erfordern einen hohen Wartungsaufwand, der sich finanziell immer stärker bemerkbar macht.

Sachsen-Anhalt springt mit Millionenhilfen ein

Dass die HSB aus eigener Kraft nicht mehr über die Runden kommen, wurde bereits im August vergangenen Jahres öffentlich. Damals war bekannt geworden, dass das Unternehmen finanziell stark angeschlagen ist. Das Land Sachsen-Anhalt hat daraufhin zugesagt, die Schmalspurbahnen für die Jahre 2026 und 2027 mit jeweils rund 20 Millionen Euro zu stützen.

Das Hilfspaket setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Etwa neun Millionen Euro pro Jahr fließen über den Verkehrsvertrag, sieben Millionen Euro jährlich sind für Investitions- und Betriebskosten vorgesehen und weitere vier Millionen Euro pro Jahr sollen den allgemeinen Kostendruck abfedern.