Edelmetalle

Edelmetallpreise nach Rekordhoch stark eingebrochen: Ursachen und Ausblick

Nach einer beispiellosen Rally verlieren Gold und Silber massiv an Wert. Zinspolitik der USA unter Trump entscheidend. Mehrere Faktoren beeinflussen die zukünftige Entwicklung.

Die Gold- und Silberpreise sind zulettz stark eingebrochen.
Die Gold- und Silberpreise sind zulettz stark eingebrochen.IMAGO / Achille Abboud

Die Edelmetallmärkte erleben einen dramatischen Kurssturz. Nachdem der Goldpreis sich seit 2023 nahezu verdreifacht hatte, brach der Kurs innerhalb weniger Tage um mehr als zehn Prozent ein. Eine Feinunze Gold kostete im frühen Handel zeitweise nur noch 4.402 US-Dollar – fast 1.200 Dollar weniger als beim Rekordhoch von 5.595 Dollar am vergangenen Donnerstag.

Noch heftiger traf es Silber, dessen Preis sich seit 2023 fast verfünffacht hatte. Vom Rekordhoch bei 121,65 Dollar stürzte die Notierung zeitweise auf 71,38 Dollar ab – ein Minus von rund 40 Prozent.

Inzwischen ist in beiden Märkten eine gewisse Stabilisierung erkennbar. Aber die Kurschwankungen bleiben hoch. Ob es zu einer dauerhaften Stabilisierung der Preise kommt, ist offen.

US-Zinspolitik und nervöse Anleger drücken Preise

Vor allem drei Faktoren führten zu einem ruckartigen Einbruch der Kurse. Als wesentlicher Auslöser gilt die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankchef Jerome Powell durch Präsident Donald Trump. Diese Personalie schürte an den Märkten Zweifel, ob die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik tatsächlich lockern wird. Gold und Silber als sichere Fluchthäfen wären dann nicht mehr so notwendig.

Ebenfalls hat das starke Wachstum in Asien das Wachstum deutlich beflügelt. Nachdem vor allem in China der Immobiliensektor als Anlageklasse stark gelitten hatte, gingen viele Anleger zu Gold über. Allerdings reagieren diese sehr nervös auf Kurschwankungen. Die Preise werden entsprechend volatiler. Zumal es hier sicherlich Anleger gibt und gab, die ihre Gewinne mitnehmen.

Analysten verweisen auf einen weiteren Faktor: Viele Anleger hatten auf Kredit spekuliert und wurden von den fallenden Kursen überrascht. Sie mussten Positionen verkaufen, um Verluste zu begrenzen, was eine Abwärtsspirale auslöste.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Rohstoffexperten der Deutschen Bank halten dennoch wachsende Kurse in diesem Jahr für wahrscheinlich. Die fundamentalen Gründe für steigende Preise – geopolitische Risiken und Käufe durch Notenbanken – seien weiterhin intakt. Allerdings sind weiterhin viele Fragen offen. Insbesondere die Entwicklung im Dollarraum könnte den Preis auch in eine völlig andere Richtung treiben.