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Einreiseverbot für Kanye West: Wireless-Festival abgesagt – Rapper reagiert

Die britischen Behörden verweigern dem Musiker die Einreise nach seinen antisemitischen Äußerungen. Kurz darauf sagen die Veranstalter das Event ab, während Kanye West Gespräche anbietet.

US-Rapper Kanye West
US-Rapper Kanye WestEvan Agostini/dpa

Der US-Rapper Kanye West, der sich inzwischen Ye nennt, darf nicht nach Großbritannien einreisen. Das bestätigten die Festivalveranstalter Festival Republic am Dienstag. Die Behörden hätten seine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) zurückgezogen. „Das Innenministerium hat Yes ETA widerrufen und ihm damit die Einreise in das Vereinigte Königreich verweigert“, teilten die Organisatoren mit. In der Folge werde das dreitägige Wireless-Festival abgesagt, Tickets würden erstattet. Der Rapper sollte dort als Headliner auftreten.

Auch britische Medien berichten übereinstimmend über das Einreiseverbot. Die Regierung begründete den Schritt laut The Guardian damit, dass Kayne Wests Anwesenheit „nicht dem öffentlichen Wohl dienlich“ sei.

Politischer Druck und Sponsorenausstieg

Der Entscheidung war massiver politischer Druck vorausgegangen. Premierminister Keir Starmer hatte die geplante Verpflichtung des Musikers zuvor als „zutiefst besorgniserregend“ kritisiert. Mehrere Minister forderten offen die Absage seines Auftritts. Gesundheitsminister Wes Streeting sagte laut Sky News, Kanye West habe „nichts auf der Bühne des Wireless-Festivals zu suchen“.

Parallel zogen sich große Sponsoren zurück. Unternehmen wie Pepsi, Diageo und PayPal distanzierten sich vom Festival, nachdem Kritik an Wests antisemitischen Äußerungen laut geworden war.

Hintergrund: Antisemitische Aussagen und Skandale

Kanye West steht seit Jahren wegen antisemitischer Aussagen in der Kritik. Er hatte unter anderem öffentlich erklärt „Ich bin ein Nazi“, Kleidung mit Hakenkreuz-Symbolik angeboten und einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“ veröffentlicht. Die britische Regierung reagierte damit auf eine Entwicklung, die Beobachter als zunehmende Radikalisierung des Künstlers beschreiben.

Zwar hatte Kanye West sich Anfang des Jahres in einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal entschuldigt und dabei unter anderem psychische Probleme als Erklärung angeführt. Die Kritik ebbte jedoch nicht ab.

Kanye West bietet Dialog an – jüdische Organisationen skeptisch

Kanye West äußerte sich am Dienstag erstmals ausführlicher zur Debatte. Er erklärte, sein Ziel sei es, „Einheit, Frieden und Liebe“ durch seine Musik zu vermitteln. Zugleich bot er an, sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinschaft in Großbritannien persönlich zu treffen. „Ich wäre dankbar für die Gelegenheit, zuzuhören“, erklärte er. „Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen – ich muss Veränderungen durch mein Handeln zeigen.“

Kanye West reagierte damit auf wachsenden Druck aus Politik und Zivilgesellschaft. Kritiker hatten seine geplanten Auftritte als unangemessen bezeichnet und ein Einreiseverbot gefordert. Mehrere jüdische Organisationen machten deutlich, dass sie konkrete Schritte und glaubwürdige Distanzierungen erwarten, bevor Gespräche sinnvoll seien. Der Board of Deputies of British Jews erklärte laut Medienberichten, man wolle „echte Reue und Veränderung“ sehen, bevor ein Dialog überhaupt infrage komme.

Veranstalter verteidigen ursprüngliche Entscheidung

Festival Republic hatte die Buchung zunächst verteidigt. Geschäftsführer Melvin Benn argumentierte, Kanye West solle eine zweite Chance bekommen. Seine Musik werde ohnehin millionenfach gehört. Nach der Entscheidung der Behörden blieb den Veranstaltern jedoch keine Alternative: Ohne Headliner wurde das gesamte Festival abgesagt.