Nato

„Einen hohen Preis bezahlt“: Verteidigungsminister verteidigt Bundeswehr gegen Trump-Aussagen

US-Präsident Donald Trump hatte den Einsatz von Nato-Truppen in Afghanistan bemängelt. Nun stellt sich Verteidigungsminister Pistorius vor die Bundeswehr.

Verteidigungsminister Boris Pistorius
Verteidigungsminister Boris PistoriusJuliane Sonntag

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die deutsche Bundeswehr vor Angriffen des US-Präsidenten Donald Trump verteidigt. Der hatte zuvor behauptet, dass sich Soldaten aus Nato-Partnerstaaten im Afghanistan-Einsatz von der Front zurückgehalten hätten. „Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben. Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar“, sagte Pistorius nun der Bild-Zeitung.

Pistorius wies zudem darauf hin, dass deutsche Soldaten insgesamt 19 Jahre lang in Afghanistan im Einsatz gewesen seien. Deutschland habe „einen hohen Preis bezahlt“, sagte er weiter. „59 Soldaten und drei Polizisten sind in Gefechten, durch Anschläge oder Unfälle ums Leben gekommen. Zahlreiche Verwundete leiden bis heute unter den Verletzungen aus dieser Zeit. Seelisch wie körperlich. Genauso wie ihre Angehörigen, die den Schmerz ein Leben lang in sich tragen werden.“

Kritik von britischen und dänischen Regierungschefs

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich zu den Aussagen Trumps. „Unsere Soldaten haben Leib und Leben riskiert, viele sind dabei leider gestorben“, sagte Söder der Bild-Zeitung. „Sie haben im Dienst für unser Land, die Demokratie und den Frieden Großartiges geleistet – und unseren höchsten Respekt verdient. Jeder einzelne Verlust trifft uns bis heute extrem hart.“

Die Äußerungen Trumps stießen bei mehreren Regierungschefs auf Kritik. So teilte der britische Premierminister Keir Starmer mit, er empfinde Trumps Äußerungen als „beleidigend und wirklich erschreckend“ sowie verletzend für alle, deren Angehörige in Afghanistan getötet oder verletzt worden seien. Er legte dem US-Präsidenten nahe, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen bezeichnete es als „nicht hinnehmbar“, dass der US-Präsident die Bemühungen verbündeter Soldaten infrage stelle. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtete, wies Frederiksen darauf hin, dass Dänemark gemessen an der Bevölkerungszahl die größten Verluste erlitten habe. Demnach kamen während des Einsatzes 44 dänische  Soldaten ums Leben, 37 davon infolge direkter Kampfeinsätze.