In Ghana verbreiten sich seit Tagen virale Videos und Social-Media-Posts über einen Mann, der sich als Ebo Noah bezeichnet und behauptet, Gott habe ihn vor einer bevorstehenden weltweiten Flut gewarnt. Der selbsternannte Prophet fordert Anhänger auf, sich rechtzeitig einen Platz auf seinen Bootsbauten zu sichern, die er als moderne „Archen“ bezeichnet.
In den Clips, die auf Instagram, TikTok und X kursieren, sind große Holzstrukturen zu sehen, die von Anhängern als „Archen“ interpretiert werden. Tatsächlich ähneln sie Schiffsrümpfen. Ebo Noah spricht in den Videos davon, dass eine große Flut am 25. Dezember 2025 beginnen werde und nur Menschen in seinen Archen überleben könnten. Nach Berichten von Prime Business Africa zeigten Videos in sozialen Netzwerken Dutzende Menschen, die mit persönlichen Gegenständen in Richtung der mutmaßlichen Bauorte unterwegs seien – offenbar in der Hoffnung auf Schutz vor der angekündigten Flut. Der von Ebo Noah angekündigte Termin für die angebliche Flut ist inzwischen ohne entsprechende Ereignisse verstrichen. Offizielle Stellen in Ghana oder internationale Wetterdienste meldeten keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.
Ebo Noah's small god from Ghana has postponed their end time and asked him to build more arks. Flood will not happen tomorrow again. Happy Christmas pic.twitter.com/endx1ao5uY
— DonAza (@DonAzag) December 24, 2025
Ebo Noah und die Angst vor einer Panikmache
In Medienberichten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es keinerlei offizielle Bestätigung durch ghanaische Behörden, meteorologische Dienste oder internationale Wissenschafts- und Wetterinstitutionen gibt, dass eine globale Flut bevorstehe oder dass die Bauwerke Ebo Noahs funktionale Schutzräume sind. Die Prophezeiung basiert ausschließlich auf den Aussagen des Mannes selbst und auf viralen Posts in sozialen Netzwerken. Berichten zufolge wurde Ebo Noah bereits Anfang des Jahres von den ghanaischen Behörden kurzzeitig festgenommen, nachdem Beschwerden eingegangen waren, seine Aussagen könnten Panik in der Bevölkerung auslösen. Er wurde später freigelassen, da der Fall angeblich als religiöse Angelegenheit und nicht als Straftat behandelt wurde.
Kritiker und Kommentatoren betonen, dass religiöse Gemeinschaften und kirchliche Autoritäten die Aussagen des Mannes nicht unterstützt haben. Beobachter sehen in der Wirkung der Videos eher ein Beispiel dafür, wie schnell sich apokalyptische Narrative im Internet verbreiten, ohne dass eine nachvollziehbare Grundlage vorliegt.

