Kriminalität

Deutschland wird zum Hotspot für Cybererpressung – Zahl der Angriffe fast verdoppelt

Gestohlene Firmendaten tauchen immer häufiger auf Leakseiten im Darknet auf. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen geraten ins Visier der Kriminellen.

Die Zahl der deutschen Unternehmen, deren gestohlene Daten im Darknet veröffentlicht wurden, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent.
Die Zahl der deutschen Unternehmen, deren gestohlene Daten im Darknet veröffentlicht wurden, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent.dpa/Nicolas Armer

Deutschland hat sich im vergangenen Jahr zu einem der wichtigsten Ziele für Cybererpressung in ganz Europa entwickelt. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Google hervor, die das Unternehmen am Donnerstag in München vorstellte.

Demnach stieg die Zahl der deutschen Unternehmen, deren gestohlene Daten auf sogenannten Leakseiten im Darknet veröffentlicht wurden, im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent. Bei Leakseiten handelt es sich um Plattformen im nicht öffentlich zugänglichen Teil des Internets, auf denen Kriminelle erbeutete Unternehmensdaten veröffentlichen – häufig, um Druck auf die Opfer auszuüben und Lösegeldzahlungen zu erzwingen.

Der Anstieg in Deutschland fällt damit mehr als dreimal so stark aus wie im europäischen Durchschnitt, so Google.

Kleine und mittlere Unternehmen besonders gefährdet

Auffällig ist, dass Cyberkriminelle zunehmend kleinere Unternehmen ins Visier nehmen. Laut der Analyse haben 96 Prozent der auf Leakseiten aufgetauchten deutschen Opfer weniger als 5000 Beschäftigte. Das deutet darauf hin, dass gerade kleine und mittelständische Betriebe häufig nicht über ausreichende Schutzmaßnahmen gegen solche Angriffe verfügen.

Besonders häufig trifft es Industrieunternehmen: Sie machen rund 23 Prozent aller deutschen Fälle aus. Dahinter folgen Fachdienstleister – etwa aus den Bereichen Unternehmensberatung, IT und Steuerberatung – sowie die Bau- und Einzelhandelsbranche. (mit AFP)