Die vom Bundesverkehrsministerium neu eingesetzte Taskforce zur Pünktlichkeit der Bahn hat am Freitag in Berlin ihre Arbeit aufgenommen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, bis März konkrete und sofort umsetzbare Maßnahmen auszuarbeiten, um die Deutsche Bahn zuverlässiger und pünktlicher zu machen, wie das Ministerium mitteilte.
Ein Schwerpunkt der Taskforce soll die schnellere Beseitigung von Störungen im überlasteten und maroden Schienennetz sein. Auch die extrem hohe Auslastung an Verkehrsknotenpunkten wie Berlin, München, Frankfurt oder Stuttgart wird thematisiert. Einige Experten plädieren hier für ein geringeres, aber zuverlässigeres Angebot für Bahnkunden. Weitere Themen sind die Kommunikation der Bahn und der Umgang mit Baustellen.
Bis 2029 soll eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent erreicht werden
Das zeitlich befristet eingesetzte Gremium steht unter der Leitung von Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Zu den 35 berufenen Mitgliedern zählen neben Vertretern der Bahn auch Repräsentanten von Bund und Ländern, regionalen Verkehrsverbünden, Wettbewerbern der Deutschen Bahn, Branchenverbänden, Gewerkschaften sowie externe Experten.
Verkehrsminister Patrick Schnieder hatte im September eine innerhalb der Koalition nicht mit der SPD abgestimmte Bahnstrategie vorgestellt. Diese sieht unter anderem eine stärkere Trennung der Infrastrukturtochter DB InfraGO vom Konzern vor. Zudem soll der Vorstand der Holding und der Infrastrukturtochter verkleinert und Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, abgestoßen werden.
Im Fernverkehr strebt Schnieder bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent an, was er als realistisches Ziel bezeichnete. Die Bahn hatte bislang schon für 2027 eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent anvisiert. Langfristig will der Verkehrsminister eine Quote von 90 Prozent erreichen.


